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"Charlie Hebdo" empört mit Karikatur zu Köln

Übergriffe auf Frauen "Charlie Hebdo" empört mit Karikatur zu Köln

Ist das Rassismus? Oder hält uns "Charlie Hebdo" den Spiegel vor? Die französische Satirezeitung provoziert erneut mit einer Karikatur – und fragt, was aus dem Flüchtlingsjungen Aylan geworden wäre? Ein Vergewaltiger von Köln?

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Screenshot eines Twitter-Tweets mit der Karikatur von "Charlie Hebdo".

Quelle: Charlie Hebdo/Twitter/Nicolas Kayser-Bril

Paris/Hannover. Die Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" thematisiert in ihrer aktuellen Ausgabe die massenhaften Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht in Köln. Sie veröffentlichte eine Karikatur, auf der ein Mann eine Frau verfolgt – darüber ist das Bild des toten Aylan eingezeichnet. Die Aufnahme hatte im September Europa erschüttert: Der Dreijährige war mit seiner Familie aus Syrien geflüchtet und vor der Küste der Türkei ertrunken. Ein Fotograf hatte den toten Jungen fotografiert.

Kritik auf Twitter

"Was wäre der kleine Aylan geworden, wenn er groß geworden wäre?", fragt nun die Zeitschrift "Charlie Hebdo" und antwortet: "Arsch-Grapscher in Deutschland." Auf Twitter äußerten sich Nutzer verärgert über die Zeichnung und kritisierten sie als rassistisch. Allerdings hielten andere entgegen, dass "Charlie Hebdo" damit eben Rassismus karikiere.

Und tatsächlich kann man fragen, ob die Zeitschrift der Gesellschaft nicht einfach nur den Spiegel vorhält. Nach den Übergriffen auf Köln unterstellen viele Menschen den Flüchtlingen, dass von ihnen grundsätzlich eine Gefahr für Frauen ausgehe. Als ob jeder Mann aus Nordafrika und Syrien Frauen belästige.

"Charlie Hebdo" war vor einigen Monaten schon einmal für eine Zeichnung mit Aylan kritisiert worden. Damals hatte die Zeitschrift neben die Leiche des Kindes ein Fastfood-Werbeschild gesetzt und die Szene mit dem Kommentar "So nah am Ziel..." versehen.

Die Redaktion des Satiremagazins wurde vor einem Jahr von islamistischen Terroristen angegriffen, dabei wurden zwölf Journalisten und Polizisten ermordet. Es eckt mit seinen provokanten Zeichnungen immer wieder an.

dpa/wer

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