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Chefin der US-Demokraten kündigt Rücktritt an

Nach E-Mail-Affäre Chefin der US-Demokraten kündigt Rücktritt an

Einen Tag vor Beginn des Parteitags der US-Demokraten hat Parteichefin Debbie Wasserman Schultz ihren Rücktritt angekündigt. Sie zog damit die Konsequenzen aus dem Skandal um die Veröffentlichung interner E-Mails.

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Die Parteichefin der US-Demokraten, Debbie Wasserman Schultz, hat ihren Rücktritt angekündigt.

Quelle: Jason Behnken

Philadelphia. Kurz vor Beginn des Parteitages in Philadelphia hat ein Skandal um massive Voreingenommenheit des Parteivorstandes im Vorwahlkampf die US-Demokraten erschüttert. Demnach haben Mitglieder anscheinend sogar aktiv versucht, das Rennen des linksliberalen Senators Bernie Sanders gegen Hillary Clinton zu unterlaufen.

Parteichefin Debbie Wasserman Schultz kündigte am Sonntag an, dass sie nach der viertägigen "Convention", auf der Clinton offiziell zur Präsidentschaftskandidatin gekürt werden soll, zurücktreten wird. Ihre Rolle bei dem am Montag beginnenden Mammuttreffen mit mehr als 4700 Delegierten und 50 000 Gästen soll massiv beschnitten werden.

Wikileaks veröffentlicht gehackte Mails

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hatte am Freitag fast 20 000 gehackte E-Mail-Kommunikationen von Mitgliedern und Mitarbeitern des Vorstands veröffentlicht. Aus einer davon geht anscheinend hervor, dass Parteioffizielle überlegten, wie Sanders' religiöse Einstellung zugunsten von Clinton genutzt werden könnte.

Demnach diskutierten sie darüber, vor den Vorwahlen in zwei tief religiösen Staaten ins Spiel zu bringen, dass Sanders möglicherweise ein Atheist sei. Sanders hatte im Vorwahlkampf wiederholt beklagt, dass das parteiinterne Auswahlverfahren manipuliert sei. Erst kürzlich hatte er nach einem überraschend engen Rennen offiziell seine Niederlage eingeräumt und sich hinter Clinton gestellt.

Wirbel durch personelle Konsequenzen eindämmen

Seitdem herrschte Optimismus, dass auf dem Parteitag in Philadelphia ein Bild der Geschlossenheit geboten werden kann und auch die hartnäckigsten Sanders-Anhänger am Ende für Clinton gewonnen werden können. Vor diesem Hintergrund sollen auch Clinton-Freunde am Sonntag hinter den Kulissen Druck ausgeübt haben, den Wirbel um den Parteivorstand rasch durch personelle Konsequenzen einzudämmen.

Laut Medienberichten drangen sie darauf, alles zu tun, um den mühsam zustande gekommenen Burgfrieden mit Sanders nicht zu gefährden und keine Turbulenzen auf dem Parteitag zu riskieren - ähnlich jenen auf der "Convention" der Republikaner in der vergangenen Woche in Cleveland. Dort war wiederholt klar geworden, das Teile der Partei den Spitzenkandidaten Donald Trump immer noch ablehnen.

Sanders von Mails nicht überrascht

Sanders selber sagte am Sonntag, dass ihn die E-Mails nicht überrascht hätten. Ein Parteivorstand müsse unparteiisch sein, und der derzeitige sei es nicht gewesen. Zugleich rief er jedoch dazu auf, sich jetzt auf eines zu konzentrieren: "Donald Trump muss geschlagen, Hillary Clinton Präsidentin werden."

Sanders spricht neben First Lady Michelle Obama bereits am Montagabend (Ortszeit) auf dem Parteitag. Am Dienstag steht eine Rede von Hillarys Ehemann, Ex-Präsident Bill Clinton, an, am Mittwoch folgt dann Präsident Barack Obama. Als Höhepunkt der "Convention" wird sich dann Clinton am Donnerstag an das Parteivolk und die US-Wähler wenden.

dpa/RND

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