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Das ändert sich zum 1. September beim Kinderarzt

Früherkennungsuntersuchungen Das ändert sich zum 1. September beim Kinderarzt

Das gelbe Untersuchungsheft dokumentiert die Entwicklung eines Kindes von der Geburt bis zum Schulalter. Ab dem 1. September gelten neue Regeln für die Untersuchungen beim Kinderarzt. Was sich künftig ändert, lesen Sie hier.

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Von September an gelten neue Regeln für die Früherkennungsuntersuchungen beim Kinderarzt.

Quelle: Britta Pedersen/dpa

Berlin. Von September an gelten neue Regeln für die Früherkennungsuntersuchungen beim Kinderarzt. Mit dem neuen Programm (U1 bis U9) wird auch das gelbe Untersuchungsheft vollständig überarbeitet. Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, er rechne mit einer deutlichen Verbesserung der kinderärztlichen Vorsorge. "Das gelbe Kinderuntersuchungsheft gehört in Deutschland mittlerweile wie der erste Zahn und die ersten Gehversuche zur Kindheit dazu."

Das ändert sich ab dem 1. September

  • U-Heft wird überarbeitet : Die neue Fassung des Heftes informiert Eltern künftig detailliert über die Inhalte der Vorsorgeuntersuchungen. Eine herausnehmbare Karte soll den Nachweis über die geleisteten Untersuchungen gegenüber dritten erleichtern. So können die Erziehungsberechtigten beispielsweise gegenüber dem Kindergarten dokumentieren, dass das Kind an der Untersuchung teilgenommen hat, ohne differenzierte Infomationen herausgeben zu müssen.
  • Eltern-Kind-Beziehung rückt in den Fokus : Auch die Beziehung zwischen Eltern und Kind wird bei den Vorsorgeuntersuchungen künftig in den Fokus rücken, heißt es in einer Pressemittelung des Gemeinsamen Bundesausschusses. So sollen Entwicklungsstörungen, die auf eine gestörte Beziehung zurückzuführen sind, früher erkannt und behandelt werden können.
  • Impfschutz : Neben der Überarbeitung des Untersuchungs-Hefets bekräftigte Gröhe zudem, dass die Beratung zum Impfschutz künftig verbindlicher Bestandteil der U-Untersuchungen sei. "Damit wollen wir dazu beitragen, dass wichtige Schutzimpfungen rechtzeitig und vollständig vorgenommen werden", sagte der Gesundheitsminister. Zuletzt hatte es immer wieder Fälle von Masern gegeben, die auf eine zunehmende Impfmüdigkeit der Deutschen zurückzuführen war.
  • Mukoviszidose-Screening : Ab dem 1. September können Neugeborene auf die Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose untersucht werden.
  • Festgelegte Standards : Für die Untersuchungen direkt nach der Geburt (U1) bis zum 64. Lebensmonat (U9) wird es festgelegte Statndards geben. Diese betreffen vor allem Hör- und Sehtests.

Das müssen Sie zum neuen U-Heft wissen

Alle ab dem 1. September geborenen Kinder bekommen automatisch das neue U-Heft. Die Eltern erhalten es zur Geburt in Krankenhäusern, Kinderarztpraxen oder direkt von ihrer Hebamme. Für Kinder bis zur Fürherkennungsuntersuchung U6 wird es, zusätzlich zum alten U-Heft, ein zweites Heft geben. Bei allen Kindern, die diese Untersuchung bereits hinter sich haben, werden die kommenden auf Einlegeblättern im alten Heft dokumentiert.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) begrüßte die Neuregelung als "wichtigen Schritt" zur besseren Beurteilung der Gesundheit der Kinder. Verbesserungen gibt es nach Angaben des BVKJ vor allem bei den Untersuchungen zur Entwicklung der Sprache, der Fein- und Grobmotorik sowie der Sehleistung. Allerdings: "Wir sind enttäuscht, dass die Kassen nicht bereit waren, auch die psycho-soziale Entwicklung und die Früherkennung von Verhaltensauffälligkeiten in das Heft zu übernehmen", sagte BVKJ-Präsident Thomas Fischbach den Zeitungen.

dpa/RND/are

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