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Demoskopen: „Schulz-Effekt“ wird anhalten

SPD-Parteitag in Berlin Demoskopen: „Schulz-Effekt“ wird anhalten

Heute wird Martin Schulz zum neuen Vorsitzenden der SPD gewählt. Seine Kandidatur für das Kanzleramt hat die Sozialdemokraten auf einen Höhenflug geschickt. Demoskopen sind überzeugt, dass dieser „Schulz-Effekt“ anhalten wird.

Das Erstarken der SPD wird vor allem für die AfD zum Problem. Denn Martin Schulz biete eine echte Alternative zu Angela Merkel, sagen Demoskopen.
 

Quelle: imago

Berlin.  Eine Ära geht zu Ende: Die SPD wählt an diesem Sonntag bei einem Sonderparteitag in Berlin Martin Schulz zu ihrem neuen Vorsitzenden. Sigmar Gabriel geht nach siebeneinhalb Jahre an der Spitze der ältesten deutschen Partei. Ende Januar verzichtete der heutige Außenminister auf Kanzlerkandidatur und Parteivorsitz zugunsten des populären früheren EU-Parlamentspräsidenten Schulz. 

Seitdem hat die SPD in den Umfragen stark zugelegt und liefert sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Union. Ein Machtwechsel im Bund weg von der lang als unbesiegbar geltenden Angela Merkel scheint nicht mehr ausgeschlossen. Von einer zumindest mittelfristig stabilen Wirkung des „Schulz-Effekts“ zugunsten der SPD gehen in Gesprächen mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland, RND, führende deutsche Demoskopen aus.

„Nie eine solch große und grundlegende Trendumkehr“

„Der Schulz-Effekt wird bis zur Bundestagswahl quer durch die Bundesländer spürbar bleiben“, erwartet Forsa-Chef Manfred Güllner. Michael Kunert, Geschäftsführer von Infratest Dimap sagt, in seinen 20 Jahren im politischen Umfragebetrieb in der Bundesrepublik habe er noch nie eine solch große und grundlegende Trendumkehr erlebt wie seit der Nominierung von Martin Schulz als Spitzenkraft für die SPD.

„Wir haben es mit einem eher dauerhaften Effekt zu tun“, weil die SPD mit dem Wechsel von Sigmar Gabriel zu Martin Schulz wieder zu ihrem Normalzustand gefunden habe, meint Kunert. Güllner hebt insbesondere die Tatsache hervor, dass Schulz der AfD das Leben schwer mache, weil die Schulz-SPD auch den kleinen „Teil der gesellschaftspolitisch Abgehängten im Land absaugt“ und diesen wieder eine Bleibeperspektive gebe. „Da wirkt Schulz wie Donald Trump in den USA“, sagt Güllner.

Eine echte Alternative zu Merkel – auch für AfD-Wähler

Infratest-Geschäftsführer Kunert weist darauf hin, dass die AfD auch deshalb ein Problem bis zur Bundestagswahl haben werde, weil mit dem Erstarken der SPD viele Bürger wieder den Eindruck hätten, es gäbe nun auch innerhalb der etablierten Politik eine echte Alternative zu Angela Merkel. „Je mehr Unterschiede in der etablierten Politik sichtbar sind, desto größere Legitimationsschwierigkeiten entstehen für die AfD“, meint Kunert.

In Berlin erwartet man nun Schulz’ Wahl mit viel Spannung. Zum Parteitag werden rund 3500 Gäste erwartet, darunter 500 Journalisten. Ein Augenmerk wird darauf gelegt, ob Schulz sechs Monate vor der Bundestagswahl inhaltlich neue Positionen der SPD festlegt. Bislang hat er sich lediglich mit der Forderung aus der Deckung gewagt, bei einem Wahlsieg gewisse „Fehler“ bei den Arbeitsmarktreformen der Agenda 2010 zu korrigieren.

„Schulz-Effekt“ schon bei der Wahl im Saarland?

Die Sozialdemokraten hoffen, dass der Rummel um Schulz sich bei der Landtagswahl im Saarland am nächsten Sonntag (26. März) in Stimmen auszahlt. Dort regiert seit 18 Jahren die CDU. Ein rot-rotes Bündnis von SPD und Linkspartei an der Saar liegt Umfragen zufolge im Bereich des Möglichen. 

 Am Vorabend des Parteitags spielte der Hoffnungsträger die Frage nach dem zu erwartenden Ergebnis für ihn als nebensächlich herunter. „Die Prozente spielen ernsthaft keine Rolle“, sagte Schulz bei einem Rundgang durch die „Arena“ in Berlin-Treptow. Schulz sagte, er sei demütig, bitte die Delegierten um einen „Vertrauensvorschuss“ und wolle die breite Mehrheit der Partei hinter sich versammeln. Da müsse man bei der Abstimmung nicht über Nachkommastellen nachdenken. Den Nachkriegsrekord bei der Wahl eines SPD-Vorsitzenden hält Kurt Schumacher. Er bekam 1948 in Düsseldorf 99,71 Prozent. 

Von RND/dw/dpa

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