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Deutsche Soldaten testen Kampfpanzer in den Emiraten

Umstrittener Waffenhandel Deutsche Soldaten testen Kampfpanzer in den Emiraten

Der modernste deutsche Kampfpanzer wird in diesen Tagen in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) einer gründlichen Prüfung unter sengender Sonne unterzogen. Der Leopard 2A7+ soll sich in einer extrem heißen Wüste bewähren. Vor allem möchten die Hersteller die Klimaanlage des Panzers erproben.

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Berlin. Der Test wird in den VAE vom deutschen Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann (KMW) vorgenommen. Die Kasseler Panzerbauer haben zur Unterstützung einen Oberstleutnant von der Kampftruppenschule in Munster sowie eine vierköpfige Panzerbesatzung aus Neustadt-Luttmersen (Region Hannover) mit in die Emirate genommen. Eine solche Kooperation sei völlig normal, heißt es im Verteidigungsministerium, zumal auch die Bundeswehr von dem Test profitieren könne. Bezahlt wird die Untersuchung von KMW, die Firma erstattet der Bundeswehr auch die Personalkosten für die fünf Soldaten, die für die Zeit vom 26. Juni bis zum 30. Juli in die Wüste auf der Arabischen Halbinsel geschickt wurden.

Der gemeinsame Test neuer Waffensysteme ist seit Jahren üblich beim Zusammenwirken von Bundeswehr und Rüstungsindustrie. So wurde 2010 ein neuer Transportpanzer vom Typ Boxer nach Australien geflogen. Dort musste sich das Radfahrzeug, das sich demnächst in Afghanistan bewähren soll, harten Belastungsproben in unterschiedlichen Klimazonen stellen.

Die Bundeswehr hat bisher keine Leopard-Panzer der modernsten Baureihe angeschafft. Bei dem Testpanzer handelt es sich um einen Prototyp, von dem es bisher nur ein einziges Exemplar gibt. Er unterscheidet sich von älteren und bei der Bundeswehr eingeführten Leopard-Panzern unter anderem durch eine kürzere Kanone, einen kleineren Wendekreis und durch ein am Bug angebrachtes Räumschild. KWM hat den Leopard 2A7+ für den Einsatz in dicht besiedelten Gebieten konzipiert und empfiehlt ihn Kunden in aller Welt für den Einsatz in „urbanen Kampfzonen“.

Nach offiziell in Berlin nicht bestätigten Informationen hat der geheim tagende Bundessicherheitsrat den Export von bis zu 200 Leopard 2A7+ nach Saudi-Arabien genehmigt. Dies hatte in den vergangenen Tagen zum Teil heftige Kritik der Opposition im Bundestag ausgelöst, die Bundesregierung aber nicht dazu gebracht, sich zu dem Milliardengeschäft zu äußern.

Nach Bemerkungen auf einem Abschiedsappell für Soldaten aus Luttmersen, die in den Afghanistan-Einsatz gehen, spekulierte der Grünen-Abgeordnete Christian Ströbele, die Bundeswehr oder die Herstellerfirma werde schon in diesem Quartal des laufenden Jahres die Kampffähigkeit und Wüstentauglichkeit deutscher Panzer in Saudi-Arabien testen lassen. Auf eine entsprechende parlamentarische Anfrage antwortete Verteidigungsstaatssekretär Christian Schmidt gestern, weder durch die Bundeswehr selbst noch durch Beauftragte werde „die Klima- beziehungsweise Wüstentauglichkeit sowie Kampffähigkeit von Leopard-Panzern in Saudi-Arabien“ festgestellt. Zum Test im Nachbarland VAE sagte Schmidt nichts, Ströbele hatte auch nicht danach gefragt.

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