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So viel zahlt jeder Deutsche für die EU

Rangliste der EU-Nettozahler So viel zahlt jeder Deutsche für die EU

Die Deutschen haben 2015 wieder einmal mehr Geld an die Europäische Union überwiesen, als aus Brüssel zurückgeflossen ist. Die Einwohner anderer Länder sind aber noch größere EU-Nettozahler – sogar die Briten.

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Sitz der EU-Kommission in Brüssel: Die Deutschen gehören weiterhin zu den größten Nettozahlern der Europäischen Union.

Quelle: Julien Warnand/dpa

Brüssel. Die Deutschen stehen in der Rangliste der EU-Nettozahler nur noch auf Platz vier. Wie aus Angaben der EU-Kommission hervorgeht, zahlte jeder Bundesbürger 2015 im Schnitt 176 Euro in den Gemeinschaftshaushalt ein. An der Spitze standen die Schweden (226 Euro), gefolgt von den Niederländern (219 Euro) und den Briten (178 Euro). 2014 hatten die Deutschen mit einem Pro-Kopf-Beitrag von 192 Euro noch Platz drei belegt.

Die Rangliste der Netto-Empfänger führten im vergangenen Jahr die Slowaken an. Sie erhielten rein rechnerisch 571 Euro pro Kopf aus dem Gemeinschaftshaushalt. Dahinter folgten die Tschechen (541 Euro), die Ungarn (471) und dann die Griechen (456).

Allerdings sind diese Angaben ins Verhältnis zur Bervölkerungszahl gesetzt. Eine etwas andere Reihenfolge ergibt sich bei der Betrachtung der Gesamtzahlungen pro Land. Dieses Klassement führte weiter Deutschland mit einem Netto-Beitrag in Höhe von 14,3 Milliarden Euro an. Es folgten Großbritannien (11,5 Mrd Euro) und dann Frankreich (5,5 Mrd Euro).

Liste der EU-Nettozahler (Gesamtzahlungen pro Land):

  • Deutschland: 14,3 Milliarden Euro
  • Großbritannien: 11,5 Milliarden Euro
  • Frankreich: 5,5 Milliarden Euro
  • Niederlande: 3,7 Milliarden Euro
  • Italien: 2,8 Milliarden Euro

Eine Sprecherin der EU-Kommission betonte am Mittwoch, dass der EU-Gemeinschaftshaushalt im Vergleich zu den nationalen Budgets sehr klein sei. Haushaltsexperten weisen zudem darauf hin, dass die Betrachtung der Haushaltssalden keine Antwort auf die Frage zulässt, wie stark ein Land von der EU-Mitgliedschaft profitiert. So gilt es beispielsweise als sicher, dass die größten EU-Nettozahler mehr als andere Länder Vorteile aus dem Binnenmarkt ziehen.

Streit um Verteilung der Mittel

Wie viel Geld ein Land in den EU-Haushalt einzahlen muss, hängt vor allem von seiner Wirtschaftskraft – genauer dem Bruttonationaleinkommen – ab. Die Verteilung der Mittel aus dem EU-Haushalt ist wiederum regelmäßig Anlass für Diskussionen.

Deutsche Abgeordnete des Europäischen Parlaments sprachen sich jetzt dafür aus, unsolidarischen EU-Mitgliedsländern Gelder zu streichen. Die Chefin des Haushaltskontrollausschusses im EU-Parlament, Inge Grässle (CDU), sagte der "Welt": "Länder, die sich nicht an europäisches Recht halten, oder Staaten, die bei der Übernahme oder Registrierung von Flüchtlingen nur unzureichend mitmachen, sollten Gelder gestrichen werden."

dpa/RND

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