Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Deutscher Handel mit Kleinwaffen boomt
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Deutscher Handel mit Kleinwaffen boomt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:37 27.05.2013
„Einmal exportiert, werden sie völlig unkontrolliert von Krieg zu Krieg weitergereicht“, kritisiert der Linke-Abgeordnete Jan van Aken deutsche Waffen-Exporte. Quelle: dpa
Anzeige
Berlin

Die deutsche Rüstungsindustrie hat im vergangenen Jahr so viel Kleinwaffen ins Ausland verkauft wie seit anderthalb Jahrzehnten nicht mehr. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Demnach wurde 2012 der Export von Kleinwaffen im Wert von 76,2 Millionen Euro erlaubt - doppelt so viel wie im Jahr zuvor ((37,9 Millionen).

Als Kleinwaffen werden zum Beispiel Maschinenpistolen und Maschinengewehre sowie voll- und halbautomatische Waffen bezeichnet. Ihr Export ist international besonders umstritten, weil durch sie - im Verlgeich mit schweren Waffen - in Bürgerkriegen oder internationalen Konflikten dadurch besonders viel Menschen getötet werden.

Die neuen Zahlen, über die zunächst die Süddeutsche Zeitung berichtete, stammen aus dem Bundeswirtschaftsministerium. Eine komplette Aufschlüsselung der Länder, in die geliefert wurde, gibt es noch nicht. Darüber wird erst der Rüstungsexportbericht Auskunft geben, der immer zum Jahresende erscheint.

Aus der Antwort geht jedoch hervor, dass der Wert so hoch liegt wie seit Ende der 90er Jahre nicht mehr, als mit der regelmäßigen Veröffentlichung der Daten begonnen wurde. Der bisherige Höchstwert stammt aus dem Jahr 2009 mit 70,4 Millionen. Die Ausfuhr von Munition für Kleinwaffen aus Deutschland ging hingegen auf 18 Millionen Euro zurück (2011: 34,6 Millionen).

Der Linke-Abgeordnete Jan van Aken forderte ein Verbot für alle Kleinwaffen-Exporte aus Deutschland. „Kleinwaffen sind die Massenvernichtungswaffen des 21. Jahrhunderts“, sagte er der Süddeutschen Zeitung. „Einmal exportiert, werden sie völlig unkontrolliert von Krieg zu Krieg weitergereicht.“ Zu den Ländern, in die aus Deutschland geliefert wurde, gehören neben dem Libanon und dem Irak auch die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und Jordanien.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat mit dem neuen Ministerpräsidenten Li Keqiang über die Menschenrechtslage und die Freiheit der Künste in China gesprochen. Dabei habe sie auch den Fall des chinesischen Künstlers und Regimekritikers Ai Weiwei zur Sprache gebracht, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin.

27.05.2013

Neue Mitglieder für Steinbrücks „Kompetenzteams“: Der SPD-Kanzlerkandidat hat die frühere Justizministerin Brigitte Zypries, den bayerischen SPD-Landeschef Florian Pronold sowie die Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, in sein Wahlkampfteam berufen.

27.05.2013

Die syrischen Aufständischen sind nur im Kampf gegen das Assad-Regime vereint. Ansonsten liegen ihre Ziele oft weit auseinander. Waffenlieferungen in das Bürgerkriegsland könnten auch leicht in falsche Hände geraten. In der EU wird darum heftig gestritten. 

27.05.2013
Anzeige