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Deutschland / Welt Digitaltechnik aus Holland verbessert Leopard 2
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Digitaltechnik aus Holland verbessert Leopard 2
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12:46 18.05.2018
Ursula von der Leyen und Ank Biljeveld informieren sich über die Ausbildung im Simulator ebenso wie über den mit holländischer Digitaltechnik ausgestatteten Leopard 2 A6M A2. Quelle: Thomas Tschörner
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Lohheide

 Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat am Donnerstag mit ihrer niederländischen Amtskollegin das deutsch-niederländische Panzerbataillon 414 in Lohheide besucht. Die beiden Ministerinnen informierten sich in der heutigen Niedersachsen-Kaserne (ehemals Camp Hohne der britischen Streitkräfte) über die Arbeit der Soldaten und vereinbarten in einer Absichtserklärung, die Digitalisierung ihrer Landstreitkräfte voranzutreiben. Von der Leyen kündigte zudem an, den Standort Lohheide in den nächsten Jahren mit 21 Millionen Euro aufzuwerten.

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Ministerinnen informieren sich über deutsch-niederländisches Bataillon und vereinbaren, die Kooperation bei der Digitalisierung ihrer Landstreitkräfte gemeinsam voranzutreiben.

„Der Standort Lohheide ist ein leuchtendes Beispiel für die Zukunft der europäischen Landstreitkräfte“, sagte von der Leyen. Die Kooperation zwischen deutschen und niederländischen Soldaten sei sehr eng. Dies sei umso bemerkenswerter, als beide Länder vor 70 Jahren noch Todfeinde gewesen seien. Jetzt würden sich die Partner gegenseitig Truppen unterstellen, erst vor vier Wochen eine deutsche Luftabwehreinheit an die niederländische Armee. Die Zukunft der Panzertruppe liege in der Digitalisierung. Trotz der Zusammenarbeit behielten die Soldaten ihre Identität. „Wir tun unsere Stärken zusammen.“ Vertrauen sei das Wichtigste, unterstrich Ank Bijleveld. Trotz unterschiedlicher Sprachen arbeiteten die Soldaten gut zusammen. „Es ist ganz klar, dass es um unsere Verteidigung geht, den Schutz dessen, was uns teuer ist.“

Bislang seien die Syteme der Bundeswehr und der niederländischen Armee nicht kompatibel, sagte von der Leyen. Das ändere sich jetzt. Von der Kooperation profitiere auch der Standort Lohheide, in den in den vergangenen Jahren vier Millionen Euro investiert worden seien. Weitere 21 Millionen Euro würden in den nächsten fünf Jahren den Standort weiter aufwerten.

Mit Technik aus den Niederlanden wird Leopard 2 verbessert

Die niederländische Verteidigungsministerin wurde mit militärischen Ehren empfangen. Anschließend informierten sich die beiden Ministerinnen über die Ausbildung der deutschen und niederländischen Soldaten am Panzersimulator, ließen sich aber auch den mit niederländischer Digitaltechnik aufgewerteten deutschen Kampfpanzer Leopard 2 A6M A2 vorstellen. Bis Ende Juni sollen 17 Panzer in Lohheide zur Verfügung stehen. Damit ist eine Kompanie mit 14 Fahrzeugen sowie zwei Ersatzpanzer für die schnelle Speerspitze der Nato im Jahr 2019 einsatzbereit, sagte von der Leyen. „Der Hauptunterschied zum bisherigen Leopard 2 ist die Führungsfähigkeit“, sagte Hauptmann Frederik Fischer, Chef der 2. Kompanie des Panzerbataillons 414. So habe der Fahrer jetzt ein Nachtsichtgerät und die niederländischen Funkgeräte seien eine Verbesserung.

Panzerbataillon 414 ist noch nicht voll ausgestattet

Das Panzerbataillon 414 wurde erst am 17. März 2016 in Dienst gestellt und ist der jüngste Verband des deutschen Heeres. Unter den derzeit 400 Soldaten sind 60 Niederländer, die in Lohheide nach deutschen Einsatzgrundsätzen ausgebildet und trainiert werden. Ziel ist eine Stärke von 550 Soldaten, darunter 100 niederländische. Bis 2020 soll das Bataillon dann auch mit 46 Kampfpanzern ausgerüstet sein. Das Panzerbataillon 414 ist der niederländischen 43. Mechanisierten Brigade unterstellt, diese wiederum der deutschen 1. Panzerdivision aus Oldenburg. 

Von Thomas Tschörner

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