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Deutschland will ausländische Ärzte und Ingenieure ins Land holen

Fachkräfte-Konzept Deutschland will ausländische Ärzte und Ingenieure ins Land holen

Ausländische Fachkräfte machen bisher um Deutschland einen großen Bogen. Zu viel Bürokratie schreckt sie ab. Die Regierung will jetzt handeln – und feilt an einem Konzept für die Zuwanderung.

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Ausländische Ärzte und Ingenieure sollen den Fachkräftemangel in Deutschland ausgleichen.

Quelle: dpa

Ausländische Ärzte und Ingenieure können künftig leichter einen Arbeitsplatz in Deutschland bekommen. Die Bundesregierung beschloss am Mittwoch ein neues Fachkräfte-Konzept, das Hürden für die Zuwanderung ausländischer Experten absenkt.

Weil besonders viele Stellen für Ärzte und Ingenieure derzeit nicht besetzt werden können, sollen diese künftig unbürokratisch auch von außerhalb der EU angeworben werden können.

Noch am Mittwoch wollte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Arbeitgebern und Gewerkschaften auf Schloss Meseberg bei Berlin treffen, um über Lösungen des Fachkräftemangels zu beraten.

Umstrittene Höhe der Einkommensgrenze

Umstritten in der Koalition ist, ob die Einkommensgrenze für ausländische Experten von 66.000 Euro auf etwa 40.000 Euro reduziert wird.

Einig sind sich alle Beteiligten, dass der Bedarf an Fachkräften vorrangig mit einheimischen Arbeitskräften gedeckt werden soll. „Notwendig ist ein Konzept, das in erster Linie die inländischen Potenziale bestmöglich ausschöpft“ und präventiv fördert, heißt es in der gemeinsamen Erklärung zum Spitzentreffen.

In dem Kommuniqué-Text wird das Thema Zuwanderung aber als ergänzende Maßnahme angeführt. „Das Konzept muss gleichzeitig und unterstützend die Potenziale von Zuwanderung in den Blick nehmen.“ Nur mit einer Gesamtstrategie werde es gelingen, die Fachkräftebasis der Zukunft zu sichern. Die Regierung erwartet, dass die Zahl der Erwerbstätigen bis 2025 um über sechs Millionen schrumpft.

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen betonte, dass es vor allem um Spitzenleute aus dem Ausland gehe. „Unqualifizierte brauchen wir nicht, wir haben genug damit zu tun, unsere Geringqualifizierten weiterzubilden.“ Parallel müssten aber auch die schlummernden Potentiale bei Frauen und Älteren im Inland besser genutzt werden.

FDP will Zuwanderung nach Kriterien steuern

Wohlwollend äußerte sich von der Leyen zur Forderung von Wirtschaftsverbänden und der FDP, die Zuwanderung nach bestimmten Kriterien wie etwa in Kanada zu steuern. „Teile solch eines Punktesystems sind klug, nämlich die klare Ansage, was jemand, der ins Land kommen will, können muss, damit er zu uns passt.“

Kritisch äußerte sich der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Michael Sommer, zur Einkommensgrenze. Er sagte der „Passauer Neuen Presse“: „Die Unternehmen wollen Billig-Hochqualifizierte - gute Qualifikation erwünscht, aber schlecht bezahlt. Das ist eine Schande.“

Verdi-Chef Frank Bsirske forderte Maßnahmen besonders für die Pflegebranche: „Gerade in der Alten- und Krankenpflege ist der Mangel an Fachpersonal derzeit besonders akut“, erklärte er in der „Rheinischen Post“.

dpa

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