Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Deutschland will ausländische Ärzte und Ingenieure ins Land holen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Deutschland will ausländische Ärzte und Ingenieure ins Land holen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:50 22.06.2011
Ausländische Ärzte und Ingenieure sollen den Fachkräftemangel in Deutschland ausgleichen. Quelle: dpa
Anzeige

Ausländische Ärzte und Ingenieure können künftig leichter einen Arbeitsplatz in Deutschland bekommen. Die Bundesregierung beschloss am Mittwoch ein neues Fachkräfte-Konzept, das Hürden für die Zuwanderung ausländischer Experten absenkt.

Weil besonders viele Stellen für Ärzte und Ingenieure derzeit nicht besetzt werden können, sollen diese künftig unbürokratisch auch von außerhalb der EU angeworben werden können.

Noch am Mittwoch wollte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Arbeitgebern und Gewerkschaften auf Schloss Meseberg bei Berlin treffen, um über Lösungen des Fachkräftemangels zu beraten.

Umstrittene Höhe der Einkommensgrenze

Umstritten in der Koalition ist, ob die Einkommensgrenze für ausländische Experten von 66.000 Euro auf etwa 40.000 Euro reduziert wird.

Einig sind sich alle Beteiligten, dass der Bedarf an Fachkräften vorrangig mit einheimischen Arbeitskräften gedeckt werden soll. „Notwendig ist ein Konzept, das in erster Linie die inländischen Potenziale bestmöglich ausschöpft“ und präventiv fördert, heißt es in der gemeinsamen Erklärung zum Spitzentreffen.

In dem Kommuniqué-Text wird das Thema Zuwanderung aber als ergänzende Maßnahme angeführt. „Das Konzept muss gleichzeitig und unterstützend die Potenziale von Zuwanderung in den Blick nehmen.“ Nur mit einer Gesamtstrategie werde es gelingen, die Fachkräftebasis der Zukunft zu sichern. Die Regierung erwartet, dass die Zahl der Erwerbstätigen bis 2025 um über sechs Millionen schrumpft.

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen betonte, dass es vor allem um Spitzenleute aus dem Ausland gehe. „Unqualifizierte brauchen wir nicht, wir haben genug damit zu tun, unsere Geringqualifizierten weiterzubilden.“ Parallel müssten aber auch die schlummernden Potentiale bei Frauen und Älteren im Inland besser genutzt werden.

FDP will Zuwanderung nach Kriterien steuern

Wohlwollend äußerte sich von der Leyen zur Forderung von Wirtschaftsverbänden und der FDP, die Zuwanderung nach bestimmten Kriterien wie etwa in Kanada zu steuern. „Teile solch eines Punktesystems sind klug, nämlich die klare Ansage, was jemand, der ins Land kommen will, können muss, damit er zu uns passt.“

Kritisch äußerte sich der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Michael Sommer, zur Einkommensgrenze. Er sagte der „Passauer Neuen Presse“: „Die Unternehmen wollen Billig-Hochqualifizierte - gute Qualifikation erwünscht, aber schlecht bezahlt. Das ist eine Schande.“

Verdi-Chef Frank Bsirske forderte Maßnahmen besonders für die Pflegebranche: „Gerade in der Alten- und Krankenpflege ist der Mangel an Fachpersonal derzeit besonders akut“, erklärte er in der „Rheinischen Post“.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Mehr zum Thema

Die mangelnden Kenntnisse und Fähigkeiten von Nachwuchskräften werden für die Unternehmen in Niedersachsen immer mehr zum Problem – damit verschärft sich noch der ohnehin absehbare Fachkräftemangel.

14.08.2009

Personalressourcen durch Weiterbildung schaffen: Auf diesem Weg möchte die Bundesagentur für Arbeit dem Mangel an Fachkräften begegnen - vor allem Frauen, Ältere und schon in Deutschland lebende Migranten könnten so in den Arbeitsmarkt integriert werden.

25.11.2010

Gegen einen akuten Fachkräftemangel spricht, dass der in der Krise begonnene Arbeitsplatzabbau in der Industrie „gerade erst zum Stillstand gekommen“ ist, heißt es in einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), nach der kurzfristig kein Fachkräftemangel droht.

18.11.2010

Bürger sollen künftig steuerlich entlastet werden – das will die Bundesregierung noch vor der Sommerpause beschließen. Kanzlerin Merkel hat der FDP nach Angaben der Financial Times Deutschland Steuersenkungen vor der Bundestagswahl 2013 zugesagt.

22.06.2011

Im Kampf gegen den drohenden Staatsbankrott Griechenlands hat Regierungschef Papandreou die Vertrauensabstimmung gewonnen. Zum Aufatmen bleibt aber keine Zeit. Denn jetzt muss noch das Milliarden-Sparpaket durch das Parlament in Athen.

22.06.2011

Soll Helgoland vergrößert werden? Das dürfen die Bewohner der Insel selbst entscheiden. Am Sonntag gibt es einen Bürgerentscheid. Auf den neuen Flächen könnten Wohnungen entstehen.

21.06.2011
Anzeige