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Jahrhundertflut

Die Hilfe für Pakistan läuft an


Die Hilfe für die Opfer der Jahrhundertflut in Pakistan ist angelaufen: Wie die Vereinten Nationen am Mittwoch mitteilten, hätten sie nach anfänglichem Zögern nun mehr als 40 Prozent der erbetenen knapp 357 Millionen Euro Soforthilfe bekommen.
Stahlseil statt weggerissener Brücken: Flutopfer im Swattal nutzen eine Kabinenbahn, um überflutetes Gelände zu überwinden.

Stahlseil statt weggerissener Brücken: Flutopfer im Swattal nutzen eine Kabinenbahn, um überflutetes Gelände zu überwinden.

© dpa

Nach dramatischen Appellen der Vereinten Nationen und von Hilfsorganisationen gehen nun doch mehr Spenden für die Opfer der Jahrhundertflut in Pakistan ein. Die Vereinten Nationen teilten am Mittwoch mit, sie hätten inzwischen mehr als 40 Prozent der erbetenen knapp 460 Millionen Dollar (rund 357 Millionen Euro) Soforthilfe bekommen.

Auch die Deutschen spenden nach anfänglichem Zögern mehr Geld. Wie mehrere Hilfsorganisationen mitteilten, wuchsen die Spendeneingänge in den vergangenen Tagen deutlich.

Der Sprecher des UN-Büros zur Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) in Pakistan, Maurizio Giuliano, sagte in Islamabad, 208 Millionen Dollar seien eingegangen. Das entspreche 42,5 Prozent der in der vergangenen Woche angeforderten Summe.

Die Europäische Union erhöhte ihre humanitäre Hilfe für die Opfer der Flutkatastrophe nach Angaben der zuständigen EU-Kommissarin Kristalina Georgiewa um 30 Millionen Euro. Damit stellt die EU-Kommission jetzt 70 Millionen Euro bereit. „Das ist eine bedeutende Summe“, sagte Georgiewa. „Aber dieses Geld ist nur Nothilfe, es reicht natürlich nicht, um Pakistan wieder aufzubauen.“

Die Regierung in Islamabad sicherte zu, gewissenhaft mit den Hilfen umzugehen. Man überlege, ausländische Prüfer zur Überwachung der Verwendung von Spenden einzusetzen, sagte Innenminister Rehman Malik der britischen BBC. Keinesfalls würden Mittel in die Hände von Extremisten gelangen. Die Hilfe gehöre „den Armen, den Flutopfern“, sagte Malik. „Ich verspreche, dass sie bei ihnen ankommt.“ Die Zurückhaltung der Spender war unter anderem mit der Angst vor Korruption und dem Einfluss der Taliban in Pakistan begründet worden.

Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) unterstützte die EU-Initiative für eine internationale Geberkonferenz. Der Vorschlag von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso biete die Möglichkeit, dass sich noch einmal einige Kassen öffneten.

Das Verteidigungsministerium prüft, ob Transportflugzeuge aus Afghanistan abgezogen werden können, um bei der Verteilung von Hilfsgütern in Pakistan zu helfen. Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums soll die steuerliche Absetzbarkeit von Spenden für die Flutopfer vereinfacht werden.

Der Chef der Meteorologiebehörde in Pakistan, Arif Mehmood, sagte in Islamabad, in den nächsten fünf bis sechs Tagen sei kein Regen vorausgesagt. Es könne allerdings einen Monat dauern, bevor die Überschwemmungen zurückgingen. Helfer versuchten weiterhin verzweifelt, die mehreren Millionen Notleidenden zu versorgen.

dpa

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