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Deutschland / Welt Die Luft wird dünner für Donald Trump Junior
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Die Luft wird dünner für Donald Trump Junior
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11:20 11.07.2017
Könnte seinem Vater durch seine Russland-Kontakte ungewollt gefährlich werden: Donald Trump Jr. Quelle: AP
Washington

Die Informationen, die eine russische Anwältin dem ältesten Sohn von US-Präsident Donald Trump versprochen haben soll, kamen direkt aus dem Kreml, berichtet die „New York Times“. Und Donald junior sei darüber vorab informiert gewesen. Nach Angaben der Zeitung habe der PR-Mann und ehemalige britische Boulevard-Reporter Bob Goldstone Trumps Sohn in einer E-Mail darauf hingewiesen, dass die für Hillary Clinton negativen Informationen von der russischen Regierung stammten. Goldstone hatte das Treffen zwischen Trump Jr. und der russischen Anwältin Natalia Veselnitskaja arrangiert. Die E-Mail wurde der Times von drei unabhängigen Quellen bestätigt.

Familientreffen im Trump-Tower mit Kreml-Anwältin

Trump Jr. hatte dem Treffen im Juni 2016 zugestimmt, weil er sich davon Informationen über die Gegenkandidatin seines Vaters bei der US-Präsidentschaftswahl erhoffte. An dem Treffen im Trump-Tower nahmen auch Jared Kushner, der Mann von Ivanka Trump, und der damalige Wahlkampfchef Paul Manafort teil.

Die E-Mail könnte von hoher Brisanz für das Justizministerium und die parlamentarischen Untersuchungsausschüsse sein, die ermitteln, ob und welche Trump-Berater im Wahlkampf mit russischen Regierungskreisen kooperiert haben, um die Wahlen zugunsten des Republikaners zu beeinflussen. Amerikanische Geheimdienste hatten festgestellt, dass die russische Regierung aktiv versucht hatte, die US-Wahlen in Trumps Richtung zu manipulieren.

Trump-Anwalt: „Viel Lärm um nichts“

Der Anwalt von Trump Jr., Alan Futerfas, erklärte, der Bericht der „Times“ sei „viel Lärm um nichts“. Er habe jedoch zur Kenntnis genommen, dass sein Klient eine E-Mail von Goldstone bekommen habe, um ein Treffen zu arrangieren, bei welchem schädliche Informationen zu Clinton mitgeteilt werden sollten. In seiner Erklärung stritt Futerfas den Bericht der Zeitung zu der E-Mail nicht ab. Das Treffen brachte jedoch nicht das erhoffte Ergebnis – es seien keine Angaben über Clinton weitergegeben worden, so der Anwalt. Trump Jr. habe nichts Falsches gemacht. Das Weiße Haus äußerte sich nicht weiter zu den Berichten. Mark Corallo von Trumps Anwaltsteam betonte, dass der US-Präsident nichts von dem Treffen gewusst und auch nicht daran teilgenommen habe.

Goldstone hatte zuvor der Nachrichtenagentur AP gesagt, er sei 2016 im Auftrag eines Moskauer Klienten, eines russischen Sängers, an Trump Jr. herangetreten und habe das Treffen mit der Anwältin organisiert. Veselnitskaja habe ihm gegenüber angekündigt, dass sie Informationen über angeblich illegale Wahlkampfspenden an die Parteiorganisation der Demokraten habe, die Trump Jr. vielleicht hilfreich finde. Trump Jr. selbst hatte am Sonntag offengelegt, dass es ein Treffen im Sommer 2016 gab. Dort seien aber keine Informationen ausgetauscht worden.

Von RND/dpa/dk