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Die Wehrpflicht ist Geschichte

Freiwilligenarmee Die Wehrpflicht ist Geschichte

Die Bundeswehr ist nach 55 Jahren Wehrpflicht eine reine Freiwilligenarmee. Bei den Wohlfahrtsverbänden arbeiten nun Bufdis statt Zivis. Die Bundesregierung sieht einen gelungenen Start.

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Bundesfreiwilligendienstleistende übernehmen die Arbeit der Zivis.

Quelle: dpa

Berlin. Zeitenwende für Bundeswehr und Wohlfahrtsverbände: Nach 55 Jahren ist die Wehrpflicht Geschichte. Die zuletzt noch sechsmonatigen Wehr- und Zivildienste wurden am Freitag durch Freiwilligendienste ersetzt. Insgesamt haben sich dafür mehr als 30.000 junge Leute gemeldet, davon 6400 Neuverpflichtungen zum 1. Juli. Verteidigungsminister Thomas de Maizière sieht in der Aussetzung der Wehrpflicht eine Zäsur, nicht nur für die Bundeswehr.

Die Wehrpflicht wurde in der Bundesrepublik im Juli 1956 per Gesetz eingeführt. Die Aussetzung zum 1. Juli wurde Ende vergangenen Jahres vom damaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) in der schwarz-gelben Koalition durchgesetzt. Die Wehrpflicht bleibt aber im Grundgesetz verankert und kann mit einfacher Mehrheit in Bundestag und Bundesrat wieder eingeführt werden.

Der neue freiwillige Wehrdienst für Frauen und Männer dauert bis zu 23 Monate. Von den rund 3400 Freiwilligen, die im Juli ihren Dienst bei der Bundeswehr antreten, sind nur 44 weiblich. Das entspricht gut einem Prozent. Der Frauenanteil bei den Berufs- und Zeitsoldaten beträgt dagegen rund neun Prozent, angestrebt sind sogar 15 Prozent.

Seit Jahresbeginn wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums insgesamt 13.916 Freiwillige für den neuen Wehrdienst angeworben, der deutlich besser vergütet als bisher. 5700 wurden allerdings noch aus den Wehrpflichtigen rekrutiert, die ihren Dienst über die bisher sechs Monate hinaus verlängerten. Am Montag werden die Freiwilligen in die Kasernen einrücken.

Zahlreiche Zivildienstleistende verlängern freiwillig ihren Dienst

Für den zivilen Freiwilligendienst wurden bisher gut 3000 neue Verträge unterzeichnet, davon die Hälfte allein in der vergangenen Woche. 14.300 Zivildienstleistende verlängerten freiwillig ihren Dienst. Das Familienministerium sieht darin einen „reibungslosen Übergang“.

Viele Wohlfahrtsverbände halten die Umstellung dagegen für überstürzt. Diakonie-Präsident Johannes Stockmeier beklagte „den unzureichenden Vorlauf von der Gesetzgebung bis zur Umsetzung“. Die Aussetzung der Wehrpflicht war erst im Februar vom Bundestag beschlossen worden.

Während de Maizière sein Ziel von mindestens 5000 Freiwilligen bereits erreicht hat, hat Familienministerin Kristina Schröder (CDU) noch eine Wegstrecke vor sich. Sie will schon im nächsten Jahr die Zahl von 35.000 Bufdis (Bundesfreiwilligendienstleistende) erreichen.

dpa

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