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Attentäter hatten Kontakt in den Nahen Osten

Würzburg und Ansbach Attentäter hatten Kontakt in den Nahen Osten

Nach den Anschlägen in Würzburg und Ansbach wird immer klarer: Die islamistischen Täter dürften aus Nahost gesteuert worden sein. Und es gibt neue Details über den Amoklauf von München.

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Nach den Gewalttaten von Würzburg (links oben), München (rechts oben) und Ansbach haben die Ermittler neue Erkenntnisse. Im baden-württembergischen Herbrechtingen wurde außerdem eine Flüchtlingsunterkunft durchsucht (unten rechts), weil ein Asylsuchender mit Kontakten zum Islamischen Staat (IS) geprahlt hatte.

Quelle: dpa

Ansbach/Würzburg/München. Nach den Gewalttaten von Würzburg, München und Ansbach suchen die Ermittler weiter nach Motiven und möglichen Hintermännern. Zum Axt-Angriff in einem Regionalzug bei Würzburg und zum Selbstmordattentat in Ansbach erhärten sich Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund. Beim Amoklauf von München wird dagegen immer klarer, dass der Jugendliche rechtsextremistisch eingestellt war und möglicherweise einen anderen Jugendlichen zu einer Amoktat animierte. Die aktuellen Entwicklungen vom Donnerstag:

Ansbach: Der Ansbacher Selbstmord-Attentäter erhielt mögliche Anweisungen aus dem Nahen Osten. Woher genau, teilte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zunächst nicht mit. Den Ermittlern sei derzeit auch nicht die Person bekannt, um die es gehe, sagte der CSU-Politiker in Gmund am Tegernsee. Unmittelbar vor dem Anschlag habe ein Unbekannte dem Täter konkrete Anweisungen gegeben, was er tun solle, wie er sich verhalten solle. "Der Gesprächspartner wusste genau, worum es geht", sagte Herrmann. Der Flüchtling aus Syrien war am Sonntag bei der Explosion einer Bombe in seinem Rucksack gestorben. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte den Anschlag für sich reklamiert.

Würzburg: Auch der Würzburger Axt-Angreifer hatte noch unmittelbar vor der Tat Kontakte in den Nahen Osten. Bis wenige Minuten vor der Tat habe der Mann Kontakt mit einer unbekannten Person oder Organisation gehabt, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Ermittlerkreisen. "Wer das war, können wir aber noch nicht sagen", hieß es. Man wisse allerdings, dass sich die Kontaktperson im Nahen Osten aufgehalten habe. In einem Regionalzug bei Würzburg hatte der 17-jährige Flüchtling am Montag vergangener Woche vier Menschen mit einer Axt und einem Messer attackiert. Auf der Flucht erschossen Polizisten den Jugendlichen. Auch für diese Tat hat der IS die Verantwortung übernommen.

Stuttgart:  Weil ein Asylsuchender mit Kontakten zum IS geprahlt hat, wurde eine Flüchtlingsunterkunft im baden-württembergischen Herbrechtingen durchsucht. Der 20-Jährige soll unter anderem angegeben haben, an Kämpfen des IS in Syrien beteiligt gewesen zu sein, wie die Sicherheitsbehörden in Stuttgart mitteilten. Gegen den Mann wird wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung ermittelt.

München: Der Amokläufer von München war nach Erkenntnissen der Ermittler nicht in rechtsextreme Netzwerke verstrickt. Darauf gebe es jedenfalls bislang keine Hinweise, sagte Bayerns Innenminister Herrmann in Gmund am Tegernsee. Klar sei aber, dass der 18-Jährige wohl Sympathien für den rechtsextremen norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik hatte. Auch habe er es als "besonders positives Schicksal" gesehen, dass er am gleichen Tag wie Adolf Hitler Geburtstag hatte. Der 18-Jährige hatte am vergangenen Freitag neun Menschen erschossen. Anschließend tötete er sich selbst.

Ludwigsburg: Der in Baden-Württemberg festgenommene Jugendliche hat nach Erkenntnissen von Ermittlern konkrete Überlegungen für einen Amoklauf an seiner Schule angestellt, wie dpa aus Sicherheitskreisen erfuhr. Demnach beschaffte sich der 15-Jährige aus dem Kreis Ludwigsburg Fluchtpläne der Schule, eine Schutzweste und Utensilien zur Maskierung. Der Staatsanwaltschaft Stuttgart zufolge distanzierte er sich aber später von seinen Plänen. Die Polizei war dem 15-Jährigen über einen Internet-Kontakt zum Amokläufer von München auf die Spur gekommen und hatte ihn in der Nacht zum Dienstag festgenommen.

dpa/RND

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