Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Die ersten Aktionspläne der G-20-Spitzen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Die ersten Aktionspläne der G-20-Spitzen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:06 08.07.2017
US-Präsident Donald Trump, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Kanadas Premier Justin Trudeau. Quelle: dpa
Anzeige
Hamburg

Die G-20-Gruppe der Top-Wirtschaftsmächte will das weltweite Wachstum für mehr Jobs in allen Teilen der Welt vorantreiben. Die Staats- und Regierungschefs der großen Wirtschaftsmächte (G20) verabschiedeten auf ihrem Gipfel am Samstag in Hamburg einen gemeinsamen Aktionsplan. Danach wollen die USA bei der Regulierung der Finanzmärkte mit im Boot bleiben. US-Präsident Donald Trump hatte die Finanzmarktregeln auf den Prüfstand gestellt.

In dem sogenannten Hamburg Action Plan wird zwar auf die anziehende Weltwirtschaft verwiesen. Zugleich heißt es: „Allerdings ist das Tempo dieses Wachstums noch schwächer als wünschenswert, und Abwärtsrisiken bleiben bestehen.“ Als langfristige Herausforderungen werden ein schwaches Produktivitätswachstum, Einkommensungleichheit und die Alterung der Gesellschaft genannt.

Die G20 räumen ein, dass sie ihr 2014 vereinbartes Ziel, bis 2018 die Wirtschaftsleistung um zusätzlich zwei Prozent zu erhöhen, wohl nicht erreichen werden. Im Papier heißt es, die Umsetzung erfolge langsamer als erwartet. Daher sei es „wahrscheinlich, dass unser kollektiver Wachstums-Ehrgeiz später erreicht wird, als ursprünglich erwartet“.

Die G20 sprechen sich erneut für Strukturreformen aus. Sie setzen zur Ankurbelung der Konjunktur wie bisher auf einen Instrumentenmix aus Finanz- und Geldpolitik sowie Strukturreformen. Die G20 bekräftigten, dass sie Wechselkurse nicht manipulieren wollen und auf eine gezielte Schwächung ihrer Währungen verzichten wollen, mit denen sie sich unfaire Vorteile im Wettbewerb verschaffen könnten. Die G20 wollen sich zudem „bemühen, übermäßige globale Ungleichgewichte“ abzubauen.

Förderung von Frauen wird intensiviert

Zudem haben die Staats- und Regierungschefs einen Fonds zur Förderung von Unternehmerinnen in Entwicklungsländern aufgelegt. Zugesagt wurden insgesamt 325 Millionen Dollar. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärte, die Initiative solle Frauen in armen Ländern dabei helfen, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Sie sprach von einer „guten produktiven Investition“. Sie wünsche sich, dass es nun schnell konkrete Programme gebe und im kommenden Jahr unter argentinischer G-20-Präsidentschaft bereits erste Erfolge präsentiert werden könnten.

Der Fonds geht auf eine Initiative von Weltbankchef Jim Yong Kim und der amerikanischen Präsidententochter Ivanka Trump zurück. Die Mittel sollen von der Weltbank vergeben werden.

US-Präsident Donald Trump erklärte, mit dem Fonds sei eine Vision Realität geworden. Es handele sich um eine historische Initiative, die „Millionen von Leben verändern wird“.

„Es gibt viele wunderbare Frauen mit sehr viel Talent und Unternehmergeist“, sagte der Präsident. „Wir werden ihnen neue Hoffnung geben.“

Kanadas Premierminister Justin Trudeau unterstrich: „Wenn wir die Welt verändern wollen, müssen wir in Frauen und Mädchen in Entwicklungsländern investieren.“ Die Stärkung von Unternehmerinnen sei dabei ein „wichtiges Instrument“.

Keine Überraschung im Klima-Abkommen – Kooperation mit Afrika

Beim Klima-Abkommen, das der US-Präsident aufkündigte, zeichnet sich keine große Überraschung ab. Die 19 weiteren Staaten der G20 isolieren die politische Agena Donald Trumps und nehmen den Ausstieg der Vereinigten Staaten lediglich zur Kenntnis.

Am zweiten Tag des G-20-Gipfels werden zudem noch die neuesten Entwicklungen bei der Kooperation der wirtschaftsstärksten Staaten der Welt mit dem afrikanischen Kontinent und seinen reformwilligen Staaten erwartet.

Von RND/dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Im Ukraine-Konflikt hat ein Dreiertreffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Kremlchef Wladimir Putin keinen Fortschritt gebracht. Die drei Staatschefs kamen am Samstag am Rande des G20-Gipfels zu einem Arbeitsfrühstück in Hamburg zusammen.

08.07.2017

Papst Franziskus zeigt sich über mögliche Kooperationen der wirtschaftsmächtigen Staaten auf dem G-20-Gipfel besorgt. Der Papst warnte vor „gefährlichen Bündnissen“, die sich gegen die Armen und Schwachen dieser Welt richten könnten.

08.07.2017

Nach der Krawallnacht am Rande des G-20-Gipfels in Hamburg mehren sich die kritischen Stimmen, die die Verantwortung der Ausschreitungen auch in der Hamburger Politik sehen. Ein Kommentar von RND-Reporter Jan Sternberg.

08.07.2017
Anzeige