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Die häufigsten Fragen zur Energiewende

Atomausstieg beschlossen Die häufigsten Fragen zur Energiewende

Es gibt kein Zurück mehr. Auch der Bundesrat hat den Atomausstieg bis zum Jahr 2022 gebilligt, acht Kernkraftwerke werden stillgelegt. Doch vieles ist bei der Energiewende noch unklar - und die Länder blockieren die wichtige Gebäudesanierungsoffensive.

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Auch der Bundesrat hat den Atomausstieg bis zum Jahr 2022 gebilligt, acht Kernkraftwerke werden stillgelegt.

Quelle: dpa

Berlin . Die Länder loben den Atomausstieg, einige Ministerpräsidenten kritisieren aber Art und Weise der Energiewende, warum?

Das Wie der Wende ist unklar - etwa ob tatsächlich rasch tausende Kilometer an neuen Stromautobahnen gebaut werden können und ob die Förderung für Windkraft an Land ausreicht. Nordrhein-Westfalens SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft findet außerdem, dass 1,5 Milliarden Euro jährlich für Gebäudesanierungen, um hier Energie zu sparen, viel zu wenig sind. Der Bundesrat stoppte das Gesetz - auch weil die Länder steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten nicht mitbezahlen wollen. Nun muss die Regierung nachbessern. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) kritisiert falsche Schwerpunkte - so werde die Photovoltaik 2011 mit mehr als sechs Milliarden Euro gefördert, steuere aber nur knapp zwei Prozent des deutschen Stroms bei.

Viele sorgen sich um die Industrie, ist das berechtigt?

Schon kleine Preissteigerungen sind für energieintensive Betriebe wie Stahlbetriebe, aber auch Großbäckereien eine Bedrohung. Wenn tatsächlich mehr Gaskraftwerke gebaut werden als Ersatz für AKW, könnten diese den Strompreis weiter nach oben treiben, da Gaskraft je nach Gaspreis sehr teuer ist. „Wir müssen sicherstellen, dass diese Unternehmen in Deutschland bleiben“, betont Hamburgs Regierungschef Olaf Scholz (SPD). Er schlägt vor, dass im Laufe des Jahres nachgerechnet wird, ob die geplanten zusätzlichen Entlastungen von 500 Millionen Euro pro Jahr ausreichen, damit energieintensive Betriebe mit dem Weltmarkt weiter konkurrieren zu können.

Was passiert mit den definitiv stillgelegten Atomkraftwerken?

Hier müssen nun Vorbereitungen für den Rückbau getroffen werden. „In der Nachbetriebsphase - damit ist die Zeit zwischen der Stilllegung und dem Rückbau gemeint, in der noch alle Brennelemente im Kraftwerk sind - wird der überwiegende Teil der Mitarbeiter benötigt“, betont ein Eon-Sprecher. Diese Phase dauert einige Jahre. Danach erfolgt der Rückbau. Die Rückstellungen der Atomkonzerne unter anderem für den Rückbau betrugen Ende 2010 knapp 28,7 Milliarden Euro. Pro Meiler sind mindestens 500 Millionen Euro zu veranschlagen. Ein Rückbau dauert pro Kernkraftwerk meist über zehn Jahre. Für das EnBW-Akw Obrigheim wurde 2004 der erste Antrag auf Rückbau eingereicht. Mit einem Ende der Arbeiten wird frühestens 2018 gerechnet.

Der Rückbau erhöht die Menge an radioaktivem Müll. Was passiert nun in der Endlagerfrage?

Bis Jahresende soll es ein Endlager-Gesetz geben - ob es zu einer ergebnisoffenen, bundesweiten Suche kommt, ist aber noch offen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) betont, der Müll müsse an dem Ort gelagert werden, der am sichersten sei. „Egal, wo er in Deutschland zu finden ist.“ Bisher wird nur der Salzstock im niedersächsischen Gorleben als Option erkundet. Dafür wurden bereits rund 1,5 Milliarden Euro investiert. Aber es gibt massiven Widerstand im Wendland und Zweifel an der Eignung Gorlebens.

Wird es ein AKW als „kalte Reserve“ geben?

Durch Stahlrisse bei neuen Kohlekraftwerken verzögert sich deren Inbetriebnahme, was das Netzproblem verschärft und ein Stand-By-AKW zur Option macht. Bis September entscheidet die Bundesnetzagentur, ob eines der acht alten Kernkraftwerke bis 2013 als Reserve für mögliche Stromengpässe im Winter bereitgehalten werden muss. Als Kandidat gilt Philippsburg I des Betreibers EnBW. Konzern-Chef Hans-Peter Villis rät aber davon ab. Zur Zeit würde es rund 14 Tagen dauern, bis ein solches Kernkraftwerk wieder Strom liefern könnte. Kerntechniker sehen daher nur eine „heiße Reserve“ als Lösung: das AKW ist also quasi in Betrieb, darf aber nur Strom liefern, wenn er nötig ist.

dpa

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