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Doch kein Land-Übungsmast für die Gorch Fock

Kadettenausbildung Doch kein Land-Übungsmast für die Gorch Fock

Die Kadetten der "Gorch Fock" bekommen vorerst doch keinen Übungsmast zum Aufentern an Land. Außerdem wird das Segelschulschiff vorerst nach Flensburg verlegt. Dort soll die Kadettenausbildung fortgeführt werden.

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Unter Ausschluss der Öffentlichkeit kam die Havariekommission der Marine am Montag in Kiel zu ihrer letzten Verhandlung zur „Gorch Fock“ zusammen.

Quelle: dpa (Archivfoto)

Kiel. Für eine bessere Kadettenausbildung wird die „Gorch Fock“ nach einem Bericht des Radiosenders NDR 1 Welle Nord zeitweise von ihrem Heimathafen Kiel nach Flensburg an die Marineschule Mürwik verlegt. Dort werde der neue Offizierslehrgang an Bord der Bark seine Segelvorausbildung erhalten, hieß es. Die Kadetten sollten dabei unter anderem im Hafen auch das Aufentern in die Masten trainieren. Der nach dem Todesfall einer Kadettin vom Wehrbeauftragten des Bundestages, Hellmut Königshaus (FDP), geforderte Übungsmast an Land für die Marineschule werde vorerst nicht errichtet. Der Betriebsschutz habe Einwände geäußert, zudem fehlten auch noch die rund 600 000 Euro für die Maßnahme.

Sprecher der Marine und des Bundesverteidigungsministeriums sagten der dpa, sie könnten zu dem Hörfunkbericht noch nicht Stellung nehmen. Sie hätten keine entsprechenden Informationen und verwiesen auf Dienstag. Königshaus besichtigte am Montag die „Gorch Fock“ in Kiel, wie ein Marinesprecher bestätigte.

Derzeit wird das Marine-Schulschiff "Gorch Fock" genau unter die Lupe genommen. Anlass dafür war der Unfalltod einer Kadettin und die Strafanzeige der Mutter gegen die Bundesrepublik wegen fahrlässiger Tötung. Die Berichte über eine angebliche Meuterei haben jetzt Konsequenzen: Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat Kapitän Norbert Schatz als Kommandant des Segelschulschiffs abgesetzt.

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Laut NDR 1 Welle Nord soll das Segelschulschiff im September an die Marineschule verlegt werden und dort bis Ende Oktober bleiben. Die neuen rund 240 Kadetten treten demnach am 1. Juli zur Grundausbildung in Mürwik an. Wie es langfristig weitergeht, soll aus dem bis Ende Juli vorliegenden Bericht der Pommerin-Kommission zur Ausbildungsreform bei der Marine hervorgehen. Unter Leitung des Historikers und Sprechers des Beirats Innere Führung der Bundeswehr, Reiner Pommerin, erarbeitet die unabhängige Kommission im Auftrag des Ministeriums Empfehlungen über die seemännische Basisausbildung. Ob am Ende eine Empfehlung stehen wird, das Segelschulschiff beizubehalten oder nicht, ist offen.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit kam die Havariekommission der Marine am Montag in Kiel zu ihrer letzten Verhandlung zur „Gorch Fock“ zusammen. Bei der zweitägigen Sitzung sollten abschließend die Umstände des Todesfalls einer Kadettin, die im November auf dem Segelschulschiff aus der Takelage gestürzt war, geklärt werden, sagte ein Marinesprecher in Glücksburg (Kreis Schleswig-Flensburg). Der Bericht der Kommission werde voraussichtlich bis Ende Juni fertig sein und dem Marine-Inspekteur, Vizeadmiral Axel Schimpf, übergeben. Im Vordergrund stünden Empfehlungen, wie in Zukunft Unfällen vorgebeugt werden könne.

Nach dem Tod einer Offiziersanwärterin auf dem Segelschulschiff „Gorch Fock“ im vergangenen November geht die Marine einem Verdacht der „Meuterei“ nach. dpa

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Die 25 Jahre alte Offiziersanwärterin war im November 2010 am zweiten Tag der Segelvorausbildung im Hafen von Salvador de Bahia (Brasilien) aus der Takelage gestürzt und gestorben. Medienberichten zufolge hatte die junge Frau sieben Mal auf- und abentern müssen. Die Mutter der Kadettin hatte Strafanzeige wegen fahrlässiger Tötung erstattet. Die Kieler Staatsanwaltschaft stellte nach monatelanger Prüfung am 9. Juni ihre Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ein. Oberstaatsanwältin Birgit Heß ließ aber Kritik an den Ausbildungsregeln erkennen.

dpa/frx

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Segelschulschiff
Das Segelschulschiff „Gorch Fock“.

Nach dem Tod einer Offiziersanwärterin auf dem Segelschulschiff „Gorch Fock“ im vergangenen November geht die Marine einem Verdacht der „Meuterei“ nach. Es seien von Amts wegen Ermittlungen aufgenommen worden, bestätigte ein Sprecher des Wehrbeauftragten des Deutsches Bundestages in Berlin.

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