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Trump baut seine Führung aus

Wahljahr 2016 Trump baut seine Führung aus

South Carolina und Nevada wirbeln den Vorwahlkampf durcheinander: Trump baut seine Führung aus, Clinton kann sich nur knapp gegen Sanders behaupten.

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Donald Trump konnte South Carolina von sich überzeugen.

Quelle: dpa

Washington. . Das bisherige Wahljahr 2016 lässt die Parteistrategen ratlos zurück. Quer durch alle Lager scheinen alte Gewissheiten nicht mehr zu gelten. Die ganze Verwirrung spiegelt sich auch in den Ergebnissen vom Sonnabend wider: Hillary Clinton kann sich noch immer nicht überzeugend vom ihrem Mitbewerber Bernie Sanders absetzen, Donald Trump fährt seinen zweiten Sieg ein, und Jeb Bush beendet überraschend seine Kampagne.

Der eigentliche Paukenschlag bei den dritten Vorwahlen dröhnte durch die Wahlkampfhallen, nachdem die Sieger längst bekannt waren: Bush steigt aus und überlässt den parteiinternen Wettstreit den Hardlinern Trump, Ted Cruz und Marco Rubio. Ausgerechnet der Politiker verabschiedet sich, der dem Parteiestablishment lange Zeit als der Favorit galt. Die Kampagne "Jeb!" verfügte über die finanzkräftigsten Sponsoren, den erfahrensten Beraterkreis und einen überaus umgänglichen Kandidaten. Doch Bushs Programm wollte nicht so recht zünden. Gerade in den letzten Tagen legte der Präsidentensohn und Präsidentenbruder zwar einige spannende Auftritte hin. Allem Anschein nach trat der frühere Gouverneur von Florida aber zu spät in die Offensive ein. Ein moderater Republikaner mit konservativen Prinzipien - das erscheint vielen Parteifreunden mittlerweile als zu liberal. Vor allem sein kooperativer Stil bei Fragen der Einwanderungsgesetze stieß auf breite Ablehnung.

Mit überraschenden Entwicklungen hat auch die Demokratische Partei zu kämpfen. Sie bekam einmal mehr zu spüren, dass Umfragen mit äußerster Vorsicht zu genießen sind. So waren sich die Führungskräfte über Monate hinweg ganz sicher, dass sich der bekennende Sozialist Sanders höchstens in den Neuenglandstaaten durchsetzen könne. Nun aber bringt der 74-Jährige ausgerechnet im Wüstenstaat Nevada die Favoritin in ernsthafte Bedrängnis. Einen innerparteilichen Wettstreit mit gerade mal fünf Prozentpunkten zu gewinnen, gilt unter Fachleuten als schwache Leistung.

Clintons Sponsoren dürften nach diesem spannenden Wochenende noch nervöser werden. Mit Sorge beobachten sie, dass zwei Drittel der Demokraten, die jünger als 45 Jahre sind, nicht Clinton, sondern den Senator aus Vermont wählen.

Selbstverständlich versuchte die einstige Außenministerin, Senatorin und First Lady in einer kämpferischen Siegesrede allen Missmut zu zerstreuen. "Der Zukunft, die wir uns vorstellen, kommen wir heute einen entscheidenden Schritt näher", rief sie am Sonnabend nach Auszählung der Stimmen ihren Anhängern in Las Vegas zu.

Dennoch fragen sich mittlerweile viele, ob es nicht tatsächlich besser wäre, wenn auch der frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg seinen Hut ins Rennen wirft. Viel Zeit bleibt dem Multimilliardär zwar nicht mehr. Aber beim diesjährigen Rennen ums Weiße Haus werden ohnehin unzählige Maßstäbe über Bord geworfen.

Der Eindruck, dass alte Regeln nichts mehr gelten, drängt sich vor allem bei der "Grand Old Party" auf. In früheren Wahlkämpfen wäre es undenkbar gewesen, die Situation im eigenen Land so derartig schlecht zu reden, wie es der Geschäftsmann Trump quasi täglich praktiziert. Doch seine Wut auf das gemäßigte politische System kommt bei seinen Anhängern offenbar an. Bei Lichte betrachtet, erscheinen viele seiner Forderung entweder als höchst unscharf oder schlicht als verfassungswidrig. Nichtsdestotrotz jubeln ihm erstaunlich viele Amerikaner zu. Am Sonnabend kam Trump auf 32 Prozent, während Ted Cruz und Marco Rubio jeweils bei etwa 22 Prozent lagen. Der Sieg des Immobilienkönigs bei den Vorwahlen in South Carolina fällt zwar nicht so glänzend aus, wie es viele Umfrageinstitute vorausgesagt hatte. Dennoch setzte sich der Immobilienkönig deutlich von seinen hartnäckigen Verfolgern Ted Cruz und Marco Rubio ab.

Mit Spannung blicken die Amerikaner nun auf den ersten März. An diesem "Super Tuesday" wird in mehreren Bundesstaaten gewählt. Angesichts der hohen Zahl an Delegierten könnte an diesem Tag eine Entscheidung fallen, mit welchem Kandidaten die Parteien in den eigentlichen Wahlkampf um das Weiße Haus zieht.

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