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11:58 13.09.2018
Donald Trump im East Room des Weißen Hauses. Quelle: imago/UPI Photo
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Washington

Im „Lone Star State“ erleben die Amerikaner einen Wahlkampf der besonderen Art. Zu Hunderten plakatieren die oppositionellen Demokraten auf übergroßen Werbetafeln frühere Tweets von Donald Trump, in denen er sich über seinen damaligen Mitbewerber Ted Cruz mokiert. Genüsslich wiederholen die Herausforderer all die Beleidigungen und Herabsetzungen gegen den Senator, der im Cowboy-Land eigentlich als gesetzt gilt.

Viele Texaner können es noch nicht so recht fassen, aber ausgerechnet der stramm-konservative Politiker, der vor zwei Jahren knapp an der Präsidentschaftskandidatur für die Republikaner scheiterte, verliert daheim den Rückhalt. Cruz liegt zwar in den jüngsten Umfragen noch immer in Führung. Aber sein Herausforderer Beto O‘Rourke, der seit fünf Jahren den Bundesstaat erfolgreich im Repräsentantenhaus vertritt, sitzt ihm hartnäckig im Nacken.

Der Abstand zwischen den beiden Bewerbern um den prestigeträchtigen Sitz im Senat ist nur noch hauchdünn. Und nach Auskunft der zentralen Wahlkampfkommission verfügt O‘Rourke über Spendengelder in Höhe von 14 Millionen Dollar, während Cruz nur neun Millionen für Werbung ausgeben kann.

„Es ist wie ein Messerkampf in einer dunklen Gasse“

Mitch McConnell, der altgediente Fraktionschef der Republikaner im Senat, findet mit Blick auf Texas drastische Worte: „Es ist wie ein Messerkampf in einer dunklen Gasse. Niemand weiß, wer lebend herauskommt.“ McConnells öffentlich geäußerte Skepsis über den Wahlausgang in Texas – und in einigen anderen sonst so konservativen Bundesstaaten – schreckt die „Grand Old Party“ nicht weniger auf als der Hurrikan Florence, der gerade über der Ostküste wütet: Während sich viele Republianer innerlich schon darauf eingestellt hatten, dass das Repräsentantenhaus bei den Zwischenwahlen im November – eventuell – verloren gehen könnte, galt ihre Mehrheit im einflussreicheren Senat als sicher.

Auch wenn die Sitzverteilung mit 51 zu 49 zurzeit denkbar knapp ist, gingen nahezu sämtliche Beobachter davon aus, dass sich nichts Wesentliches ändern werde – da mehrheitlich Senatoren der Demokratischen Partei zur Wahl stehen. Ihre Einschätzung für den diesjährigen Urnengang lautete: Entweder es bleibt alles beim Alten, oder die Republikaner gewinnen sogar noch den einen oder anderen Sitz hinzu.

Trump plant mehrere Wahlkampfauftritte in Texas

Von dieser Zuversicht bleibt nicht mehr viel – zumal in Arizona, Tennessee und Nevada die Verunsicherung wächst. So will Jeff Flake seinen Sitz freiwillig abgeben, obwohl er erst 55 Jahre alt ist. Der Senator aus Arizona zählt neben Cruz zu den schärfsten parteiinternen Kritikern des Präsidenten. Da der potenzielle Nachfolger bei Weitem nicht so populär ist wie Flake, will ihn sogar der Präsident im Amt halten – trotz all ihrer Auseinandersetzungen in den vergangenen zwei Jahren. In Tennessee wiederum verabschiedet sich der populäre Politiker Bob Corker aus Altersgründen. Und in Nevada steht Dean Heller vor einem knappen Rennen, zumal Hillary Clinton den Staat 2016 gewonnen hatte.

Dass nun ausgerechnet einige Hochburgen der eigenen Partei wackeln, schien bisher als nahezu ausgeschlossen.

Um nicht wahr werden zu lassen, was sich in den Umfragen andeutet, plant Trump für die kommenden vier Wochen gleich mehrere Wahlkampfauftritte in Texas. Zwar sind auch seine Zustimmungswerte laut Erhebungen der „Washington Post“ von etwa 44 im März auf 38 Prozent im August gefallen. Nichtsdestotrotz heißt es in internen Kreisen der Republikaner: Der Präsident bleibe in Wahlkampfzeiten das stärkste Zugpferd der Partei.

Von Stefan Koch/RND

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