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Trumps Umfragewerte sinken nach Steuer-Vorwurf

US-Wahl Trumps Umfragewerte sinken nach Steuer-Vorwurf

Hat Donald Trump 18 Jahre lang keine Steuern gezahlt? Der Präsidentschaftskandidat der Republikaner sieht sich massiven Vorwürfen ausgesetzt, seit die "New York Times" entsprechende Dokumente öffentlich gemacht hat.

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Donald Trump sieht sich derzeit vielen Vorwürfen ausgeliefert.

Quelle: dpa

Washington. Eine Schlammschlacht bisher unbekannten Ausmaßes kündigt Donald Trump für diese Woche an. Der Republikaner will die umstrittenen Methoden ansprechen, mit denen sich Hillary Clinton ihr 150-Millionen-Dollar-Vermögen aufbaute. Auch das Privatleben ihres Ehemannes Bill will der Geschäftsmann wieder einmal unter die Lupe nehmen. Der angriffslustige Ton kommt nicht von ungefähr: Nach einer geradezu desaströsen Woche brechen die Umfragewerte des Präsidentschaftskandidaten ein.

Vor einer Woche, als etwa 80 Millionen Amerikaner das TV-Duell zwischen Clinton und Trump verfolgten, war zunächst nur von einem Punktsieg der Demokratin die Rede. Wenige Tage später aber wird das Rennen um das Weiße Haus ganz anders beurteilt: Beobachter sprechen von Trumps Selbstdemontage. Andere sehen gar eine "Todessehnsucht" und spekulieren darüber, dass dem 70-Jährigen vielleicht sogar der Wille zum höchsten Staatsamt fehlen könnte.

Trump wehrt sich via Twitter – mitten in der Nacht

Für Aufsehen hatte zunächst eine Serie von nächtlichen Twitter-Botschaften gesorgt, mit denen sich Trump gegen den Vorwurf wehrte, vor Jahren gegenüber einer früheren Schönheitskönigin ausfallend gewesen zu sein. Überraschend war unter anderem die Uhrzeit, in der Trump seine zum Teil bizarren Botschaften unters Volk brachte: 3.20 Uhr in der Früh.

Clintons parierte den Angriff mit Humor und ließ in der darauf folgenden Nacht - ebenfalls um 3.20 Uhr - ihre zentralen Programmpunkte über den Kurznachrichtendienst verbreiten.

New York Times veröffentlicht verheerenden Bericht

Weitaus verheerender wirkt allerdings eine Veröffentlichung der New York Times: Obwohl es per Gesetz ausdrücklich unter Strafe steht, veröffentlichte die linksliberale Zeitung einen Auszug aus Trumps Steuererklärung von 1995. Demnach hatte der Immobilientycoon damals einen Verlust von 916 Millionen Dollar geltend gemacht. Das würde nah Einschätzung von Steuerprüfern bedeuten, dass Trump möglicherweise 18 Jahre lang keine Bundessteuern (federal taxes) zahlte.

Tatsächlich stand der Geschäftsmann Anfang der neunziger Jahre mit spektakulären Pleiten in den Schlagzeilen.

Nach Darstellung seines Biographen Michael D'Antonio hatte Trump in den achtziger Jahren seine Firma zunächst ungemein ausgebaut: Etwa 400 Millionen Dollar lieh er sich für den Erwerb des Plaza Hotels in New York, 350 Millionen für eine Fluggesellschaft, und mehr als 600 Millionen Dollar für den Bau eines Großcasinos in Atlantic City. Das sogenannte Taj Mahal sollte sich als Fanal in der Trump'schen Konzerngeschichte erweisen: Das Glücksspielhaus geriet in eine finanzielle Schieflage und zog über die Jahre unzählige Geldgeber mit in den Strudel.

Banken lassen Trump trotzt Megaverlusten nicht fallen

Angesichts der enormen Schulden, die Trump mit seinen Firmen angehäuft hatte, ließen die Banken den schillernden Geschäftsmann jedoch nicht fallen, sondern lenkten seine Tätigkeiten auf ein anderes Feld: Seit Mitte der neunziger Jahre wirbt Trump Investoren für Projekte an, die lediglich seinen Namen tragen - sich aber nicht zwangsläufig in seinem Besitz befinden. Die Kreditinstitute hatten erkannt, dass der Name Trump zu einer bekannten Marke geworden war - ganz unabhängig davon, wie geschäftstüchtig der Namensträger ist. Eine Kurskorrektur, die nach D'Antonio's Einschätzung Trump vor der Pleite bewahrte.

Doch ganz gleich, wie sehr sich damals das Schicksal für den New Yorker drehte: In den verbleibenden fünf Wochen bis zur Wahl dürften Trumps Geschäftspraktiken verstärkt ins Visier seiner politischen Gegner geraten - zumal sein Image als erfolgreicher Immobilienentwickler ein wichtiger Bestandteil seiner Präsidentschaftskampagne ist.

Wahlkampfteam wehrt sich gegen Berichterstattung

Am Wochenende wehrte sich sein Wahlkampfteam daher zunächst gegen die Veröffentlichungen. So erklärten Trumps Mitarbeiter, die Zeitung sei unrechtmäßig an das Steuerpapier gekommen und arbeite als verlängerter Arm des Wahlkampfteams seiner Mitbewerberin: "Donald Trump ist ein sehr erfahrener Geschäftsmann, der treuhänderisch die Verantwortung für sein Geschäft, seine Familie und seine Angestellten trägt, nicht mehr Steuern zu zahlen als er gesetzlich dazu verpflichtet ist."

Geradezu euphorisch äußerte sich der ehemalige New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani gegenüber CNN: Dass Trump trotz seiner finanziellen Schwierigkeiten damals ein Comeback schaffte, zeige, so Giuliani, was für ein Genie er sei. Im übrigen habe er die Steuervorschriften legal angewendet.

„Trump ist ein Milliarden-Dollar-Verlierer“

Mit ungezügelter Schärfe reagieren dagegen seine Gegner auf die neuen Erkenntnisse. So wütet Harry Reid, der Fraktionschef der Demokraten im Senat: "Trump ist ein Milliarden-Dollar-Verlierer, der seine Steuererklärungen nicht veröffentlicht, weil sie ihn als eine verwöhnte, reiche Göre zeigen, die die Millionen verliert, die er von seinem Vater geerbt hatte." 

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