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IS-Terroristen planten Anschlag in Düsseldorf

Bundesanwaltschaft IS-Terroristen planten Anschlag in Düsseldorf

Ermittler haben eine mutmaßliche Terrorzelle in Deutschland zerschlagen: Drei Männer aus Syrien wurden festgenommen – sie sollen ein Blutbad in der Düsseldorfer Altstadt geplant haben. Es mehren sich die Indizien, dass sie sich als Flüchtlinge tarnten.

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Die Bundesanwaltschaft hat drei Syrer festnehmen lassen, die im Auftrag des Islamischen Staats (IS) einen Terroranschlag in der Düsseldorfer Altstadt begehen sollten.

Quelle: Maja Hitij/dpa

Karlsruhe. Die Sicherheitsbehörden haben nach eigenen Angaben einen geplanten Anschlag der Terrormiliz Islamischer Staat in der Düsseldorfer Altstadt vereitelt. Drei Terrorverdächtige aus Syrien wurden am Donnerstag in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Baden-Württemberg festgenommen, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte. Ein vierter Mann sitze in Frankreich in Untersuchungshaft.

Hinweise, "dass die Beschuldigten bereits mit der Umsetzung ihres Anschlagsplanes konkret begonnen hatten", liegen demnach nicht vor. Einen Zusammenhang mit der Fußball-Europameisterschaft, die am 10. Juni in Frankreich beginnt, gebe es nicht. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hielt sich der in Brandenburg Festgenommene in einer Flüchtlingsunterkunft auf. Der Sender SWR berichtete, dass auch die beiden anderen Syrer in Flüchtlingsunterkünften lebten.

Auftraggeber soll der IS gewesen sein

Den Auftrag für den Anschlag in Düsseldorf hat die Gruppe laut Bundesanwaltschaft bereits 2014 direkt von der Führungsebene des IS bekommen. Geplant gewesen sei, dass sich zunächst zwei Selbstmordattentäter in der zentralen Heinrich-Heine-Allee in die Luft sprengen. Anschließend hätten weitere Attentäter möglichst viele Passanten mit Gewehren und Sprengsätzen töten sollen, hieß es weiter.

Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums in Berlin sagte auf Anfrage lediglich, die Gefährdungslage sei "unverändert" hoch. Deutschland befinde sich weiterhin "ebenso wie andere europäische Staaten im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus". Justizminister Heiko Maas (SPD) erklärte: "Das entschlossene Vorgehen des Generalbundesanwaltes zeigt: Unsere Ermittlungsbehörden gehen gegen mutmaßliche Terroristen mit allen Mitteln des Rechtsstaats vor." NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) kündigte an, in seinem Land die Sicherheitsmaßnahmen für Großveranstaltungen zu überprüfen.

Vierter Mann in Frankreich festgenommen

Laut Bundesanwaltschaft sind die Männer 25 (NRW), 27 (Brandenburg) und 31 Jahre alt (Baden-Württemberg). Der vierte Mann habe sich am 1. Februar in Paris den französischen Behörden offenbart. Die Bundesanwaltschaft bemühe sich um die Auslieferung des 25-Jährigen.

Die Heinrich-Heine-Allee liegt im Herzen Düsseldorfs. Durch die gleichnamige U-Bahn-Station laufen alle elf Linien. Wer in die Altstadt will, steigt in der Regel dort aus. Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft sagte, die Männer sollten nach Möglichkeit noch am Donnerstag in Karlsruhe dem Haftrichter vorgeführt werden. Details zu den Festnahmen nannte er nicht.

Verdächtiger hatte Asylantrag gestellt

Nach dpa-Informationen wurde der 27 Jahre alte Terrorverdächtige aus Brandenburg in einer Flüchtlingsunterkunft in Bliesdorf bei Wriezen gefasst, einer Kleinstadt im Oderbruch. Dort wurde er nach Angaben des Landkreises Märkisch-Oderland am 11. September 2015 registriert. Er habe einen Asylantrag gestellt, über den noch nicht entschieden sei. Im Landratsamt hieß es, der Mann sei zwischenzeitlich fünf Monate verschwunden gewesen und erst am Mittwoch wieder aufgetaucht.

Der 27-Jährige und der in Paris inhaftierte Mann sollen laut Bundesanwaltschaft im Frühjahr 2014 in Syrien den Auftrag für den Anschlag erhalten haben. Sie seien im Mai 2014 in die Türkei und im März und Juli 2015 von dort getrennt über Griechenland weiter nach Deutschland gereist. Den in NRW festgenommenen 25-Jährigen hätten sie spätestens im Januar 2016 davon überzeugt, sich zu beteiligen. Der 31 Jahre alte Verdächtige habe die Sprengstoffwesten herstellen sollen. Er sei schon seit Oktober 2014 in Deutschland, hieß es.

dpa/RND

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