Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Durchschnittsverdiener zahlt jeden zweiten Euro an den Staat
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Durchschnittsverdiener zahlt jeden zweiten Euro an den Staat
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 22.04.2017
Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Bei dieser Berechnung der Lasten sind nicht nur die Einkommensteuer berücksichtigt, sondern auch die Sozialabgaben und die Mehrwertsteuer eingerechnet. Zudem habe sich die Zahl der Arbeitnehmer, die den Spitzensteuersatz von 42 Prozent entrichten, stark erhöht: Mittlerweile seien es 4,2 Millionen Steuerzahler, das sei fast jeder elfte Arbeitnehmer. „Die Einkommen sind gestiegen, aber die Steuertarife wurden nur unzureichend angepasst“, sagt IW-Forscher Tobias Hentze.

Vergangene Woche hatte bereits die Industrieländer-Organisation OECD vorgerechnet, dass alleinstehende Deutsche im Vergleich mit 34 anderen Ländern die zweithöchsten Steuern und Abgaben zahlen. Nur in Belgien sei der Wert noch höher. Auch Familien würden hierzulande überdurchschnittlich stark belastet. Das IW fordert die Politik zu Steuersenkungen auf: „Das würde zu einer Entlastung der Bürger führen und die Anreize verbessern, erwerbstätig zu werden.“ Auch die Unternehmerverbände Niedersachsens dringen auf eine Senkung der Abgaben. „Insbesondere der Spitzensteuersatz holt aufgrund der steigenden Löhne bereits die mittleren Gehälter ein und muss dringend angepasst werden“, sagte eine Sprecherin.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund verlangt hingegen höhere Steuern für Alleinstehende, die über 80 000 Euro verdienen, sowie eine Finanztransaktions- und eine Vermögenssteuer sowie eine „verfassungsfeste Erbschaftsteuer“. Mit den Mehreinnahmen solle dann die Mehrheit der Bürger entlastet werden.

Die SPD denkt nach Angaben der hannoverschen Bundestagsabgeordneten Kerstin Tack über Entlastungen bei den Sozialabgaben nach. „Schließlich zahlt mehr als die Hälfte der Steuerpflichtigen aufgrund ihres geringen Verdienstes keine Einkommenssteuer“, sagt Tack. Aus Sicht des Instituts der deutschen Wirtschaft wäre die Arbeitslosenversicherung dafür geeignet. „Hier könnte man angesichts der hohen Überschüsse die Beiträge senken“, sagt IW-Forscher Hentze.

Die Wirtschaftsforscher betonen, dass das Steuersystem im Großen und Ganzen seinen Zweck erfülle. „Starke Schultern tragen mehr als schwache, die gewünschte Umverteilung funktioniert also“, sagt Hentze. Als Beleg führt das IW an, dass die am besten verdienenden 30 Prozent der Haushalte 80 Prozent des Einkommensteuer-Aufkommens schultern sowie durch ihren Konsum rund 40 Prozent der Mehrwertsteuer.

Von Christian Wölbert

Norbert Röttgen, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, zeigt sich überrascht von der Ankündigung der britischen Premierministerin Theresa May, Neuwahlen anzusetzen.

18.04.2017

Im europäischen Parlament wächst der Druck auf Großbritannien, ausstehende Milliardensummen an Brüssel zu zahlen. „Die Brexit-Verhandlungen müssen damit beginnen, dass man über offene Rechnungen spricht“, sagte der finanzpolitische Sprecher der EVP-Fraktion, Burkhard Balz (CDU), den Zeitungen des RND.

18.04.2017

Wenn 63 Prozent der Deutschtürken einen Mann unterstützen, der die Bundesrepublik mit Nazi-Deutschland gleichsetzt, ist Integration gescheitert, lautet nach dem Referendum um ein Präsidialsystem in der Türkei die gängige Analyse. Doch sie ist zweifach unzutreffend, meint RND-Redakteurin Marina Kormbaki. Ein Kommentar.

18.04.2017
Anzeige