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Deutschland / Welt EU-Parlament stimmt für Einsatz von Glyphosat
Nachrichten Politik Deutschland / Welt EU-Parlament stimmt für Einsatz von Glyphosat
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16:32 13.04.2016
In Deutschland ist Glyphosat der am meisten eingesetzte Wirkstoff zur Unkrautvernichtung. Quelle: Patrick Pleul/dpa
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Brüssel

Das Europaparlament hat sich für eine weitere Zulassung des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat ausgesprochen – allerdings nur für sieben und nicht für 15 Jahre wie von der EU-Kommission geplant. Der Kompromiss, den die Konservativen vorgeschlagen hatten, wurde am Mittwoch in Straßburg mit klarer Mehrheit verabschiedet. Forderungen von Grünen und Teilen der Linken, die Zulassung gar nicht zu erneuern, fand damit keine Mehrheit.

374 Abgeordnete stimmten für die beschränkte Neuzulassung, 225 votierten dagegen und 102 enthielten sich. Das Parlament forderte die Kommission zugleich auf, eine Liste von Beistoffen zu erstellen, die in Insektenvernichtungsmittel nicht mehr verwendet werden dürfen. Außerdem soll sie einen Plan erarbeiten, um den Einsatz des Pflanzengifts zu reduzieren.

Möglicherweise krebserregend

Die Marktzulassung für Glyphosat, den in Deutschland und weltweit am meisten eingesetzten Wirkstoff zur Unkrautvernichtung, läuft in der EU Ende Juni aus. Bis dahin muss die Brüsseler Behörde entscheiden, ob sie das Mittel erneut zulässt – und für wie viele Jahre. Dabei ist die Kommission nicht verpflichtet, der Forderung des Europaparlaments zu folgen. Wie sich Deutschland bei der Abstimmung über eine Neuzulassung verhalten wird, ist noch nicht klar.

Die Verwendung von Glyphosat sorgt in der EU seit Jahren für Streit, einige Mitgliedsstaaten haben Bedenken gegen die weitere Zulassung geäußert. Umweltschützer machen geltend, dass das Pflanzengift in den menschlichen Organismus gelangt und möglicherweise krebserregend ist.

Stichwort: Glyphosat

Glyphosat ist der weltweit am meisten eingesetzte Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln. In der Landwirtschaft und im Gartenbau wird er vor der Aussaat zur Unkrautbekämpfung verwendet. Getreide und Raps darf in Deutschland unter bestimmten Umständen auch vor der Ernte damit behandelt werden.

Dem Glyphosat werden oft andere Stoffe beigemischt, die das Eindringen des Wirkstoffes in die Pflanze erleichtern. Diese Stoffe sind nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zum Teil giftiger als das Glyphosat selbst. In einem Jahr dürfen auf derselben Fläche maximal 3,6 Kilogramm Glyphosat pro Hektar ausgebracht werden. Dabei darf es maximal 2 Einsätze mit einem Abstand von mindestens 90 Tagen geben.

dpa/afp

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