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Merkel als "Person des Jahres" gekürt

Ehrung vom "Time"-Magazin Merkel als "Person des Jahres" gekürt

Mit dem Friedensnobelpreis hat es nicht geklappt. Aber Angela Merkels Ansehen wächst, zumindest im Ausland, stetig. Nun hat sogar das "Time"-Magazin die deutsche Bundeskanzlerin zur "Person des Jahres 2015" gewählt.

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Angela Merkel lässt sich in Berlin bei einem Selfie mit einem Asylbewerber fotografieren.

Quelle: dpa

New York. Die 61-jährige CDU-Politikerin habe sich im Kampf gegen die Pleite Griechenlands, in der Flüchtlingskrise und nach den Pariser Terrorattacken trotz starken Widerstands im eigenen Land engagiert, schrieb das Journal zur Begründung am Mittwoch. Auch Merkels Einsatz in der Eurokrise und dem Konflikt in der Ukraine wurde gewürdigt.

Zur Begründung schreibt "Time": "Bei Merkel schwang ein anderer Wertekanon - Menschlichkeit, Güte, Toleranz - mit, um zu zeigen, wie die große Stärke Deutschlands zum Retten statt zum Zerstören genutzt werden kann. Es ist selten, einen Anführer bei dem Prozess zuzusehen, eine alte und quälende nationale Identität abzulegen." Merkel habe von ihren Bürgern mehr gefordert, als die meisten Politiker sich trauten, sie sei gegen Tyrannei und Zweckmäßigkeit eingetreten und habe in einer Welt mit wenig Vorbildern eine "unerschütterliche moralische Führung" geboten.

Merkel von Time-Magazin zur Person des Jahres geehrt

"Ich bin überrascht, wie kleinmütig wir manchmal sind und wie schnell wir an Mut verlieren": Das "Time"-Magazin zitiert Angela Merkel mit dem Satz, mit dem sie in der Flüchtlingskrise forderte, das große Ganze zu sehen.

Quelle: Time/Screenshot

"Ansporn für politische Arbeit"

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte: "Ich bin sicher, die Bundeskanzlerin empfindet das als Ansporn für ihre politische Arbeit für eine gute Zukunft für Deutschland wie auch für Europa." Bei der "Time"-Nennung geht es nicht um eine moralische Würdigung, sondern um den größten Einfluss. Auch Adolf Hitler und Sowjet-Diktator Josef Stalin zählten bereits zu den "Menschen des Jahres".

Auf Platz zwei der diesjährigen "Time"-Rangliste folgt der selbst ernannte Kalif der Terrororganisation Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadi. "Zusammen mit seinen ambitionierten territorialen Zielen im Nahen Osten hat al-Bagdadi die apokalyptische Vision eines abschließenden Kampfes zwischen den Kräften des radikalen Islam und dem Westen ausgearbeitet", hieß es zur Wahl des Zweitplatzierten.

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Auf Platz Drei und Vier kommen der republikanische Spitzenkandidat im Rennen ums Weiße Haus, Donald Trump, und die US-Bürgerrechtsbewegung "Black Lives Matter" (Schwarze Leben zählen). "Ich habe Euch gesagt, dass das "Time"-Magazin mich nicht als Person des Jahres wählen würde, obwohl ich der große Favorit war. Sie haben die Person gewählt, die Deutschland ruiniert", twitterte Trump trotzig.

Die "Time"-Redaktion würdigt seit 1927 die einflussreichsten Persönlichkeiten des Weltgeschehens und ist heute mit einer Auflage von 5,2 Millionen Exemplaren eines der führenden US-amerikanischen Nachrichtenmagazine.

Im vergangenen Jahr hatte das "Time"-Magazin die Mediziner im Kampf gegen Ebola zur "Person des Jahres 2014" gekürt. 2013 hatte es Papst Franziskus an die Spitze der Liste geschafft. 2014 erwählte bereits die britische "Times" Angela Merkel zur "Person des Jahres".

dpa

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