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Deutschland / Welt Einwandern mit Jamaika
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12:00 04.10.2017
Ein Einwanderungsgesetz würde Druck aus der Debatte über Migration nehmen, hofft unsere Autorin Lamya Kaddor.   Quelle: dpa
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Berlin

 Natürlich wird das schwierig mit den Verhandlungen. Dennoch bin ich guter Dinge, dass sich CDU/CSU, FDP und Grüne einig werden. Und: Ich freue mich auf das Projekt Jamaika. Warum? Weil FDP und Grüne dafür sorgen werden, dass das Einwanderungsland Deutschland endlich ein Einwanderungsgesetz bekommt. Die Volksparteien haben sich ja nicht getraut, aus Angst vor der Anerkennung der Realität. Doch ein Einwanderungsgesetz wird langfristig Druck aus der Debatte über Migration und Flüchtlinge nehmen. Es würde den Zuzug ordnen, steuern und auch begrenzen. Migranten müssen nicht mehr versuchen, übers Ticket Asyl hierher zu gelangen, sondern indem sie klare Kriterien bei Sprache, Ausbildung, Berufstätigkeit, Unterkunft etc. erfüllen. So bliebe das Asylrecht für tatsächlich politisch Verfolgte reserviert. Flüchtlinge mit subsidiärem Schutzbedürfnis, weil in ihren Ländern Krieg herrscht wie in Syrien, könnten übergangsweise bleiben und dann zurückkehren oder sich über das Einwanderungsgesetz fürs Bleiben qualifizieren.

Von Parolen à la AfD (Einwanderung ließe sich stoppen) dürfen wir uns nicht einlullen lassen. Migration und Globalisierung sind im 21. Jahrhundert Fakt. Wir können nur versuchen, sie aktiv zu gestalten. Drücken wir also Jamaika die Daumen. Unsere personell am Tropf hängende Alten- und Krankenhauspflege, unsere mittelständischen Firmen mit ihrem Facharbeitermangel, unsere Forschungslandschaft auf der Suche nach klugen Köpfen werden es uns danken, wenn wir jetzt diesen Schritt gehen. Der nächste muss sein: ein eigenes Einwanderungs- und Integrationsministerium.

Lamya Kaddor ist Islamwissenschaftlerin und Publizistin.

Von Lamya Kaddor

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