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Deutschland / Welt Eklat auf Parteitag der US-Republikaner
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Eklat auf Parteitag der US-Republikaner
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09:34 19.07.2016
Bleibt umstritten: Donald Trump. Quelle: dpa
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Cleveland

Die US-Republikaner haben ihren Wahlparteitag mit einem erbitterten Streit über den Präsidentschaftsbewerber Donald Trump begonnen. Gegner und Anhänger lieferten sich am Montag in Cleveland lautstarke Wortgefechte. In der Tagungshalle kam es zu Tumulten.

Ein Versuch der Trump-Gegner, die Regeln für die Nominierung zu Ungunsten von Trump abzuändern, scheiterte. Hauptrednerin des ersten Tags war Trumps Ehefrau Melania, die in ihrer Ansprache Zweifel an der Eignung ihres Mannes zu zerstreuen versuchte. Und auch hier gab es einen Eklat: Gegen das frühere Model wurden Plagiatsvorwürfe laut - sie soll Teile ihre Rede von Michelle Obama abgekupfert haben.

"Schande, Schande"-Rufe

Rund zwei Stunden vor dem Auftritt des mutmaßlichen Kandidaten und seiner Frau hatten am Abend vor der Halle mehrere Dutzend Anti-Trump-Demonstranten protestiert. Sie wollten unter anderem auf Polizeigewalt gegen Schwarze oder das Recht auf Abtreibung aufmerksam machen. Polizeikräfte standen Spalier, um den Akkreditierten den Zugang zur Halle zu ermöglichen.

Nachdem sich diese Proteste nach einigen Minuten auflösten, ging es später in der Halle erst richtig los. Zum Auftakt des Parteitags spielten sich dramatische Szenen ab - die Versammlung schien zeitweise vor dem Abbruch.

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Beim Auftakt des Parteitags der US-Republikaner in Cleveland kommt es zu Tumulten.

Bei dem Streit, der die ganze Zerrissenheit der Republikaner über Trump offenbart, ging es konkret um die Regel, welche die große Mehrheit der 2472 Delegierten beim Votum über den Kandidaten an die Ergebnisse der Vorwahlen bindet. Die Vorwahlen hatte der Quereinsteiger aus der Geschäftswelt mit klarer Mehrheit gewonnen.

Die Trump-Gegner wollten erreichen, dass alle Delegierten frei über den Kandidaten abstimmen dürfen. Ihre Hoffnungen, den Immobilienmogul so am Erreichen der erforderlichen absoluten Mehrheit zu hindern, waren allerdings von vornherein wenig realistisch. Die Parteitagsleitung ließ lediglich per Akklamation über den Antrag abstimmen und verkündete dann, die Regeln seien in der bestehenden Form von der Versammlung gebilligt worden.

Daraufhin brachen hunderte Trump-Gegner in lautstarken Protest aus. "Schande, Schande"-Rufe ertönten, einige Delegierte verließen die Halle. Anhänger des Immobilienmilliardärs konterten mit den Rufen "Trump, Trump". Schließlich ließ Versammlungsleiter Steve Womack nochmals per Akklamation über die Nominierungsregeln abstimmen.

Erneut wurde hinterher verkündet, dass die Mehrheit der Delegierten die Regeln akzeptiert habe. Die Trump-Gegner schienen danach zu resignieren.

Trump mit Kurzauftritt am Montag

Für den Dienstagabend (Ortszeit) ist die offizielle Nominierung Trumps geplant. Der zweite Tag steht unter dem Motto "Make America Work Again". Unter den Rednern sind Donald Trump Jr. und Tochter Tiffany, außerdem der Ex-Präsidentschaftsbewerber Ben Carson.

Am Donnerstag soll Trump dann zum Abschluss der Versammlung seine Kandidatenrede halten. Bereits am Montagabend trat Trump kurz vor die Delegierten, um seine Frau Melania als Rednerin vorzustellen. Er zeigte sich siegesgewiss: "Wir werden gewinnen", sagte er.

Melania Trump präsentierte ihren Mann als unermüdlichen Kämpfer, bei dem das Land in guten Händen wäre. Trumps Frau ging in ihrer Rede auch auf Kritik am unkonventionellen Auftreten ihres Mannes ein. "Aufregung und Drama" gehörten bei Trump dazu, räumte sie ein. "Er ist hart, wenn er hart sein muss, aber er ist auch freundlich und fair und fürsorglich", sagte sie. Melania Trump sprach in diesem Zusammenhang von der "simplen Güte seines Herzens".

Melania Trump betonte, dass ihr Mann als Präsident keine Bevölkerungsgruppe benachteiligen wolle. "Donald will das gesamte Volk repräsentieren", sagte die gebürtige Slowenin. "Das schließt Christen und Juden und Muslime mit ein. Das schließt Latinos und Afroamerikaner und Asiaten und die Armen und die Mittelschicht mit ein."

Trumo hatte im Wahlkampf immer wieder mit Äußerungen über Muslime und Menschen lateinamerikanischer Abstammung für Wirbel gesorgt, die von seinen Kritikern als diskriminierend empfunden wurden.

afp/dpa/RND/zys

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