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Deutschland / Welt Eklat im Förderverein Hohenschönhausen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Eklat im Förderverein Hohenschönhausen
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21:41 16.10.2018
Seit Juni kommt die Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen nicht zur Ruhe. Jetzt gibt es Zerfallserscheinungen im Förderverein. Quelle: Paul Zinken/dpa
Berlin

Die ehemaligen grünen Bundestagsabgeordneten Lukas Beckmann und Wolfgang Wieland haben den Förderverein der Stasiopfer-Gedenkstätte Hohenschönhausen unter Protest verlassen. Grund ist die Wahl des neuen Vereinsvorstandes am Montag. „Alle neu gewählten fünf Vorstände wurden auf Vorschlag bzw. mit ausdrücklicher Unterstützung des bisherigen Vorsitzenden Jörg Kürschner gewählt“, heißt es in einer Mitteilung der beiden, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Dabei hätten dessen „zuneigende Haltung zur AfD und seine journalistische Tätigkeit für die Junge Freiheit den Beginn einer Spaltung von Vorstand und Verein ausgelöst“.

Wörtlich heißt es in der Mitteilung mit Blick auf die Mitgliederversammlung: „Verweise auf jüngste Äußerungen von führenden AfD-Politikern wie Björn Höcke zum Holocaust-Mahnmal in Berlin und Äußerungen des AfD-Vorsitzenden Alexander Gauland über die Zeit des Nationalsozialismus als ,Vogelschiss der Geschichte’ wurden von mehreren Rednern als dumm oder bedeutungslos abgetan.“

Verein verliert Existenzberichtigung

So verlasse der Verein den antitotalitären Konsens, „dem wir uns verpflichtet fühlen: die NS-Verbrechen nicht durch die Verbrechen des Stalinismus zu relativieren und die stalinistischen Verbrechen nicht mit Hinweis auf die NS-Taten zu bagatellisieren“. Auch verliere der Verein, der 220 Mitglieder hat, seine Existenzberechtigung und sein Recht auf steuerliche Begünstigung. Der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Stephan Hilsberg, der dem Verein ebenfalls angehört, sagte dem RND, der Verein habe „sein Ende eingeläutet“.

In der Gedenkstätte und dem Förderverein gärt es seit Monaten – und das nicht nur wegen des von ehemaligen Mitarbeiterinnen erhobenen Vorwurfs der sexuellen Belästigung „aus der Führungsetage“ der Gedenkstätte. Im Frühsommer hatte der Gedenkstättenführer Siegmar Faust wegen rechtslastiger Äußerungen in der Gedenkstätte für Kritik gesorgt. Der damalige Direktor Hubertus Knabe trennte sich anschließend von ihm. Später wurden Kürschners journalistische Aktivitäten in der Jungen Freiheit zum Thema. In der Folge setzte der inzwischen entlassene Knabe die Zusammenarbeit mit dem Förderverein aus.

Von Markus Decker/RND

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