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Energiewende verliert an Zustimmung bei Bürgern

Umfrage der IG BCE Energiewende verliert an Zustimmung bei Bürgern

Die IG BCE spricht sich für eine "Verschnaufpause" bei der Energiewende aus. Grund ist die gesunkene Unterstützung der Bundesbürger, wie die Gewerkschaft in einer repräsentativen Umfrage ermittelt hat. Die Ergebnisse, die dieser Zeitung vorliegen, sollen am Donnerstag vorgestellt werden.

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Energiewende: Die Unterstützung der Bundesbürger ist von 68 auf 57 Prozent gesunken.

Quelle: dpa

Hannover. In der Bevölkerung und in der Wirtschaft schwindet die Zustimmung zur Energiewende. Innerhalb eines Jahres ist die Unterstützung der Bundesbürger von 68 auf 57 Prozent gesunken, wie aus einer repräsentativen Umfrage hervorgeht, die die Gewerkschaft IG BCE heute vorstellen will. Von den energieintensiven Unternehmen befürwortet nur noch jedes vierte das Projekt - vor zwei Jahren waren es noch 39 Prozent. „Wir brauchen bei der Energiewende dringend eine Verschnaufpause“, sagte IG-BCE-Chef Michael Vassiliades der HAZ.

Im Auftrag des von der IG BCE ins Leben gerufenen „Innovationsforums Energiewende“ hat das Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest zum vierten Mal den „Energiekompass“ erstellt. Befragt wurden Bürger, Betriebsräte und Unternehmen, die besonders viel Strom verbrauchen.

Für die bröckelnde Akzeptanz der Energiewende sieht die Gewerkschaft vor allem zwei Gründe: „Es gibt ein hohes Maß an Unzufriedenheit mit der politischen Umsetzung“, sagte Vassiliades. Laut Umfrage beurteilt die Handhabung nur noch ein Fünftel der Bevölkerung als gut, bei den Großverbrauchern aus der Industrie sind es lediglich vier Prozent. Zum anderen fehle das Vertrauen in die weitere Gestaltung: „Wenn sich dieser Trend verfestigt, wird aus der prinzipiellen Zustimmung zur Energiewende eine reale Ablehnung“, sagte Vassiliades.

Die größte Gefahr droht aus Sicht der Gewerkschaft durch falsche Prioritäten. Anstatt den Ausbau von Windkraft-, Solar- und Biomasseanlagen weiter voranzutreiben, müsse sich die Politik zunächst darauf konzentrieren, die Ökostromerzeuger vernünftig in das Leitungsnetz zu integrieren und die Entwicklung von Speichertechnologien voranzutreiben, sagte der IG-BCE-Chef. „Die richtige Reihenfolge entscheidet über den Erfolg der Energiewende.“ Die IG BCE dringt deshalb auch auf eine Änderung der Fördermechanismen.

Bisher genießt grüner Strom im Netz immer Vorfahrt - wenn also der Wind weht oder die Sonne scheint, müssen konventionelle Kraftwerke heruntergefahren werden. Angesichts eines Marktanteils von knapp 30 Prozent für die erneuerbaren Energien sei das nicht mehr zeitgemäß, sagte Vassiliades. „Die grüne Stromerzeugung muss marktgängiger werden.“ Die große Koalition hat erste Schritte in diese Richtung beschlossen - der IG BCE geht das aber zu langsam. Der bisherige Fördermechanismus sei „teuer und zerstört den Markt“, sagte Vassiliades.

Aus Sicht der Gewerkschaft dürfen zur Finanzierung der Energiewende nicht nur die Stromverbraucher herangezogen werden. Bisher zahlen diese die Subventionen für die Anlagenbetreiber durch eine Umlage - die IG BCE will sie aus Steuermitteln bezahlen.

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