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Erdogan attackiert EU und wird persönlich

"Ihr dreht durch!" Erdogan attackiert EU und wird persönlich

Nun wird auch der Ton zwischen Türkei und EU schärfer: Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat die EU mit scharfen Worten attackiert. "Ihr haltet Eure Versprechen nicht, das ist euer hässliches Gesicht", sagte Erdogan und überraschte mit der Idee eines EU-Referendums in der Türkei.

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Deutliche Worte: Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan.

Quelle: dpa

Istanbul/Brüssel. Die EU will ein neues Kapitel in den Verhandlungen mit der Türkei über einen Beitritt öffnen. Präsident Erdogan poltert dennoch gegen Europa. Und er bringt ein Referendum über die Fortsetzung der Beitrittsgespräche ins Spiel - nach britischem Vorbild. Istanbul/Brüssel (dpa) -

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat die EU scharf angegriffen. Erdogan warf der EU nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwochabend in Istanbul vor, die Türkei im Beitrittsprozess hinzuhalten, weil sie ein mehrheitlich muslimisches Land sei.

"Das ist euer hässliches Gesicht"

Erdogan erhob dabei schwere Anschuldigungen gegen die EU. Der Streit um das Flüchtlingsabkommen und die Visumfreiheit für Türken habe gezeigt, dass die Europäer nicht vertrauenswürdig seien. "Ihr haltet Eure Versprechen nicht. Eben das ist Euer hässliches Gesicht. Weil Erdogan dieses hässliche Gesicht entlarvt, dreht Ihr durch", sagte Erdogan. Deswegen sei die EU bestrebt, ihn "loswerden" zu wollen.

Erdogan wurde auch persönlich. Er warf EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker vor: "Du kennst das türkische Volk nicht." Die Türken seien nicht auf EU-Visumfreiheit oder das Rücknahmeabkommen angewiesen. "Ihr seid im Moment im wahrsten Sinne des Wortes hinter der Türkei her. Ihr denkt, wenn die Türkei ihre Türen öffnet und diese Flüchtlinge in Richtung Europa marschieren, was wird dann aus uns."

EU-Referendum auch in der Türkei?

Kurz vor Erdogans Ansprache zum abendlichen Fastenbrechen hatte es aus der EU geheißen, am 30. Juni solle ein neuer Verhandlungsbereich mit dem Kandidatenland Türkei eröffnet werden. Die Türkei ist offiziell seit 1999 Kandidat für einen EU-Beitritt, seit 2005 wird darüber verhandelt.

Im Rahmen seiner emotionalen Rede kokettierte Erdogan auch mit der aktuellen Brexit-Situation - und überraschte mit dem Vorstoß, dass auch die Türkei eine Volksabstimmung vorantreiben könnte. Darin, so Erdogan, könnten die Türken über eine Fortsetzung der Beitrittsgespräche mit der EU abstimmen. "Wir könnten fragen, sollen die Gespräche mit der Europäischen Union fortgesetzt werden oder nicht", sagte Erdogan.

dpa/RND/zys

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