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Erdogan droht mit Scheitern des Flüchtlingsdeals

Wegen Visastreit Erdogan droht mit Scheitern des Flüchtlingsdeals

Ohne Fortschritte bei den Verhandlungen zur EU-Visafreiheit will der türkische Staatspräsident Erdogan das Abkommen zur Rücknahme von Flüchtlingen nicht in Kraft treten lassen. Der Grund: Kanzlerin Merkel hat den für den 1. Juni geplanten Termin für die Visumfreiheit verschoben.

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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (Mitte) mit seiner Frau Emine (Mitte/r.) und UN-Generalsekretär Ban Ki-moon beim UN-Nothilfegipfel in Istanbul.

Quelle: dpa

Istanbul. Sollten die Visagespräche keine Fortschritte bringen, werde das türkische Parlament das Rücknahmeabkommen nicht ratifizieren, sagte Recep Tayyip Erdogan zum Abschluss des UN-Nothilfegipfels am Dienstag in Istanbul. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Montag nach einem Gespräch mit Erdogan deutlich gemacht, dass der angestrebte Termin für die Visumfreiheit zum 1. Juni nicht mehr haltbar ist.

Noch keine Reform der Anti-Terror-Gesetze

Hintergrund ist die Weigerung Erdogans, die Anti-Terror-Gesetze der Türkei zu reformieren. Das ist eine Voraussetzung der EU, um die Visumpflicht für Türken bei Reisen in den Schengen-Raum aufzuheben. Merkel hatte weitere Gespräche mit der Türkei angekündigt.

Erdogan sagte am Dienstag nach der offiziellen Übersetzung auf dem Gipfel: "Wenn die Gespräche ertragreich sind, gut. Wenn nicht, dann wird ein Schritt im türkischen Parlament unternommen werden müssen, und das Gesetz zur Implementierung des Rücknahmeabkommens wird nicht ratifiziert werden."

Die im EU-Flüchtlingspakt vereinbarte Rücknahme von illegalen Migranten läuft derzeit auf Grundlage eines Abkommens zwischen der Türkei und Griechenland und erstreckt sich auf die griechischen Ägäis-Inseln. Ab dem 1. Juni sollte die Rücknahme auf der Basis des Rücknahmeabkommens zwischen der EU und der Türkei geschehen, das bereits Ende 2013 beschlossen wurde.

dpa/RND

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