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Deutschland / Welt „Elektronische Patientenakte steht und fällt mit Breitbandversorgung.“
Nachrichten Politik Deutschland / Welt „Elektronische Patientenakte steht und fällt mit Breitbandversorgung.“
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07:38 21.07.2018
Maria Klein-Schmeink, gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen, sieht durch die Funklöcher den Fortschritt der Telemedizin gefährdet. Quelle: picture alliance / Michael Kappe
Berlin

Die Grünen beklagen eine mangelhafte Breitbandversorgung insbesondere von Krankenhäusern und Arztpraxen auf dem Land. „Es fällt der Bundesregierung auf die Füße, dass sie keine Strategie für die Digitalisierung im Gesundheitswesen hat. Sie verursacht damit ein politisches und auch technisches Schneckentempo und bremst damit die für die Versorgung ländlicher Räume wichtige Telemedizin aus“, sagte Maria Klein-Schmeink, gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Auch der Erfolg der elektronischen Patientenakte steht und fällt mit einer ausreichenden Breitbandversorgung.“

Kein Problem mit Bandbreite oder Netzqualität

Laut Bundesgesundheitsministerium lässt sich die Versorgung von Arztpraxen mit schnellem Internet derzeit nicht im Einzelnen aufschlüsseln. Das geht aus der Ministeriumsantwort auf eine Grünen-Anfrage hervor, die RND vorliegt. Im Saarland und in Mecklenburg-Vorpommern verfügt das Gros der Kliniken, die sich im laufenden Jahr an einer entsprechenden Umfrage der Deutschen Krankenhausgesellschaft beteiligt hatten, nach Ministeriumsangaben lediglich über Internet-Anschlüsse mit einer Geschwindigkeit von weniger als 50 Mbit pro Sekunde.

Mit Blick auf den Anschluss von Arztpraxen an die neue Telematik-Infrastruktur im Gesundheitswesen, der derzeit läuft, gibt das Ministerium Entwarnung: Es gebe „bisher keinen Fall, bei dem Problem hinsichtlich der Bandbreite und Netzqualität einer Anbindung aufgetreten sind“.

Pflegeeinrichtungen besser ans schnelle Internet anschließen

Grünen-Expertin Klein-Schmeink sagte dem RND, sie erwarte von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nicht, dass er persönlich die nötigen Kabel verbuddele. „Er sollte sich jedoch nicht nur um coole Startups kümmern und abgehoben von der Blockchain träumen, sondern sich persönlich dafür einsetzen, dass etwa Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser vor allem in ländlichen Räumen deutlich besser an das schnelle Internet angeschlossen werden.“

Nötig sei ein Sonderprogramm, um auch ambulante Gesundheitseinrichtungen wie Versorgungszentren, Arztpraxen und stationäre Pflegeeinrichtungen zügig mit einem Glasfaseranschluss auszustatten: „Anderenfalls werden die Menschen in ländlichen Regionen auf Dauer abgehängt und können nicht von einer modernen Versorgung profitieren.“

Von RND/Marina Kormbaki

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