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Erneuter Anschlag auf Flüchtlingsunterkunft

Vierter Brand Erneuter Anschlag auf Flüchtlingsunterkunft

Zum mittlerweile dritten Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Deutschland ist es in der Nacht in Leipzig gekommen. In der Nacht warf ein Unbekannter einen Brandsatz durch das offene Fenster eines Hauses, in das voraussichtlich am Mittwoch 56 Asylbewerber einziehen sollten.

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Erneut hat es einen Anschlag auf eine geplante Unterkunft für Flüchtlinge gegeben: Das Haus in Leipzig weist deutlich Rauchspuren auf.

Quelle: dpa/Archiv

Leipzig. Da ein Zeuge das Geschehen bemerkte und schnell die Feuerwehr alarmierte, sei der Schaden gering geblieben. Nur eine Matratze habe gebrannt.

Im ersten Halbjahr 2015 gab es nach Angaben des Bundesinnenministeriums bereits mehr Anschläge auf Flüchtlingswohnheime als im gesamten Vorjahr. Immer wieder kommt es auch zu Brandanschlägen – eine Übersicht.

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Die Ermittlungen übernahm nach eigenen Angaben das auf rechtsextremistische Taten spezialisierte Operative Abwehrzentrum (OAZ) der sächsischen Landespolizei. Der vermummte Täter schlug demnach gegen 1.30 Uhr zu. Die Beamten baten Zeugen, ihre Beobachtungen zu melden. Das Haus im Stadtteil Stötteritz war dem OAZ zufolge eigens für die Flüchtlinge hergerichtet worden.

In Deutschland kommt es derzeit gehäuft zu Anschlägen auf geplante oder bereits belegte Flüchtlingsheime.  In der Nacht zu Dienstag brannte in Nauen in Brandenburg eine als Notquartier vorgesehen kommunale Turnhalle ab, die Polizei geht von Brandstiftung aus.

In Rostock in Mecklenburg-Vorpommern nahm die Polizei am Dienstag zwei Männer fest, die im Oktober 2014 ein Flüchtlingswohnhaus mit Brandsätzen beworfen haben sollen. Ihnen wird versuchter Mord vorgeworfen.

Chronik von Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte

Im ersten Halbjahr 2015 waren es nach Angaben des Bundesinnenministeriums bereits mehr als im gesamten Vorjahr. Immer wieder kommt es auch zu Brandanschlägen, wie jetzt im schwäbischen Weissach im Tal. Einige Fälle:

In BERLIN schleudern in der Nacht zum 21. August mehrere Angreifer Brandsätze gegen eine neue Asylunterkunft im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. In einem Flüchtlingsheim im oberpfälzischen NEUSTADT AN DER WALDNAAB bricht in der selben Nacht ein Brand aus.

In DRESDEN gehen am 26. Juli in einem Flüchtlingsheim nach Steinwürfen Scheiben zu Bruch. In BRANDENBURG/HAVEL entgeht eine Flüchtlingsfamilie nur knapp einem Brandanschlag auf ihre Wohnung. - Jugendliche werfen am 19. Juli in HALBERSTADT (Sachsen-Anhalt) an einer Flüchtlingsunterkunft Steine auf Rotkreuz-Helfer. Eine 20-jährige Helferin wird leicht verletzt. - In der Nacht zum 18. Juli geht in REMCHINGEN (Baden-Württemberg) ein leerstehendes früheres Vereinsheim in Flammen auf, in das Flüchtlinge einziehen sollten.

Im oberbayerischen REICHERTSHOFEN legen in der Nacht zum 16. Juli Unbekannte Feuer an zwei Eingängen eines Gebäudekomplexes. Im September sollten 67 Asylbewerber einziehen. - Auf ein Flüchtlingsheim in BÖHLEN bei LEIPZIG werden Mitte Juli Schüsse abgegeben. Teile der Fassadenverglasung und eine Fensterscheibe gehen zu Bruch. Verletzt wird niemand. - In der Nacht zum 1. Juli wird eine geplante Flüchtlingsunterkunft im hessischen MENGERSKIRCHEN mit Schweineköpfen, Innereien und Schmierereien besudelt.

In MEISSEN (Sachsen) verüben Unbekannte in der Nacht zum 28. Juni einen Brandanschlag auf eine noch leere Unterkunft. Am Tag darauf bricht in LÜBECK in einem Rohbau für ein Asylbewerberheim Feuer aus.

In LIMBURGERHOF (Rheinland-Pfalz) zünden in der Nacht zum 6. Mai Unbekannte eine noch im Bau befindliche Flüchtlingsunterkunft an. - In der Nacht zum 4. April wird in einer fast fertigen Flüchtlingsunterkunft in TRÖGLITZ (Sachsen-Anhalt) Feuer gelegt.

Am 9. Februar wird eine Flüchtlingsunterkunft in ESCHEBURG bei Hamburg durch einen Brand unbewohnbar.

afp

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