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Erzbistum München ist reicher als alle anderen

Katholische Kirche Erzbistum München ist reicher als alle anderen

Das Erzbistum München hat zum ersten Mal sein Vermögen bewertet und ist auf rund sechs Milliarden Euro gekommen – ein Rekordwert in Deutschland. Für den Erzbischof ist das heikel.

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Das Erzbistum München-Freising ist mit einem Gesamtvermögen von gut 5,5 Milliarden Euro das nach derzeitigem Stand reichste Bistum in Deutschland.

Quelle: Christina Sabrowsky/dpa

München. Das Bistum von Kardinal Reinhard Marx veröffentlichte am Montag den ersten umfangreichen Vermögensbericht. Mit rund sechs Milliarden Euro ist es noch deutlich vermögender als die Bistümer Paderborn und Köln. Sie galten bisher als die vermögendsten deutschen Bistümer. In Paderborn verfügt die katholische Kirche über Werte von vier Milliarden Euro, in Köln von 3,4 Milliarden Euro.

Mit einem Vermögen von rund sechs Milliarden Euro konkurriert München mit Chicago (USA) um den Titel der reichsten Diözese der Welt. Für Erzbischof und Kardinal Reinhard Marx ist das heikel. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz gehört zu den engsten Beratern des Papstes und koordiniert den Wirtschaftsrat im Vatikan. Franziskus fordert dabei immer wieder eine "arme Kirche für die Armen".

Reaktion auf Limburger Finanzskandal

Arm sei "ein relativer Begriff", sagte Generalvikar Peter Beer. "Diese Möglichkeiten, die wir haben, sind kein Selbstzweck, dass wir uns das möglichst schön und bequem machen, sondern dass wir unseren Auftrag erfüllen." Das Erzbistum unterstütze die kirchlichen Hilfswerke in den Entwicklungsländern und setze sich insbesondere für das Partnerland Ecuador ein.

Die Veröffentlichung der kirchlichen Vermögen ist eine Folge des Finanzskandals des Bistums Limburg, wo der ehemalige Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst mit einem luxuriösen Umbau seines Bischofssitzes heftige Kritik am Umgang der Kirche mit Geld ausgelöst hatte.

Hintergrund

Das Vermögen des Erzbistums München-Freising

Den Wert Hunderter kirchlicher Gebäude, Grundstücke, Kunstgegenstände, Verträge, Anlagen und Kapitalrücklagen hat das Erzbistum München-Freising erstmals in einem Jahresabschluss aufgelistet. Die Bilanzsumme beträgt demnach 3,3 Milliarden Euro. Ein großer Teil davon sind Immobilien und andere Sachanlagen im Wert von 1,3 Milliarden Euro; hinzu kommen Finanzanlagen von 1,5 Milliarden Euro und liquide Mittel von 440 Millionen Euro.

Einen Großteil des Münchener Vermögens – rund zwei Milliarden Euro – hat die Kirche Stiftungen zugewiesen, die dem direkten Zugriff des Erzbistums entzogen sind und von unabhängigen Experten kontrolliert werden. Die Erträge dürfen nur zweckgebunden für Seelsorge, Wohlfahrtspflege und Bildung verwendet werden.

afp/dpa/RND

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