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Griechen können Geld nicht zurückzahlen

IWF-Rate wird am Dienstag fällig Griechen können Geld nicht zurückzahlen

Die Rückzahlung von 1,54 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) ist am Dienstag fällig – doch Griechenland hat wie erwartet das Geld nicht. Trotz dieser neuerlichen Hiobsbotschaft aus Athen versucht Europa weiterhin, Griechenland doch noch auf ein „Ja“ zum Spar- und Reformpaket der Geldgeber einzuschwören.

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Vor dem Hintergrund des zugespitzten Schuldenstreits mit Griechenland hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) alle Beteiligten zu Kompromissbereitschaft aufgerufen.

Quelle: dpa

Berlin. Unsere Reporterin Marina Kormbaki ist eine Woche in Griechenland vor Ort und berichtet jeden Tag von dort.

„Ein ,Nein’ würde ein Nein zu Europa heißen“, sagte EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker am Montag in Brüssel mit Blick auf das für Sonntag angekündigte Referendum. Bundeskanzlerin Angela Merkel versicherte, man werde sich weiteren Verhandlungen nicht verschließen, wenn Athen nach der Volksabstimmung darum bitten sollte. Der befürchtete Börsencrash blieb gestern aus – allerdings gab es deutliche Kursverluste.
Juncker sagte mit Blick auf das Dienstagnacht auslaufende Rettungsprogramm für Griechenland: „Es ist nicht so, dass wir endgültig in einer Sackgasse feststecken würden. Aber die Zeit wird immer knapper.“ Mit dem Auslaufen entgehen Athen vorerst weitere Hilfen, die angesichts leerer Staatskassen dringend benötigt würden.

Einstufung der Kreditwürdigkeit

Griechenland bekommt von der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) die Quittung für die am Wochenende angekündigte Volksabstimmung präsentiert. Das Institut senkte am Montagabend die Einstufung der Kreditwürdigkeit des Landes um eine Stufe auf "CCC-". Damit sieht S&P nun eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen Zahlungsfall Griechenlands.

Die Entscheidung für ein Referendum über die Vorschläge der Gläubigergemeinschaft sei ein weiteres Zeichen, dass der Regierung von Alexis Tsipras die heimische Politik wichtiger sei als finanzielle und wirtschaftliche Stabilität, hieß es in der Begründung der Entscheidung. Die Wahrscheinlichkeit eines Ausscheidens Griechenlands aus der Eurozone liege nun bei 50 Prozent. Sollte es nicht zu unerwartet positiven Änderungen der Gegebenheiten kommen, sei ein Zahlungsausfall innerhalb der kommenden sechs Monate unvermeidbar.

In Griechenland bleiben Banken und Börse bis Anfang kommender Woche geschlossen. In den vergangenen Tagen hatten immer mehr verängstigte Bürger Bargeld abgehoben und damit die Geldhäuser in Schwierigkeiten gebracht. An Geldautomaten dürfen Griechen seit Montag maximal 60 Euro pro Tag abheben, für ausländische Bankkarten soll die Beschränkung aber nicht gelten.

Volksabstimmung am Sonntag über Reformvorschläge

Gestern bat Griechenlands Premier Alexis Tsipras erneut um eine kurzfristige Verlängerung des Hilfsprogramms „um ein paar Tage“. Tsipras hatte für den kommenden Sonntag überraschend eine Volksabstimmung über die Reformvorschläge der Gläubiger Griechenlands angekündigt und die Euro-Partner so vor den Kopf gestoßen. Kommissionschef Juncker äußerte sich auch persönlich enttäuscht über Tsipras. Dieser habe ihn in stundenlangen Verhandlungen nicht darüber informiert, eine Volksabstimmung abzuhalten. „Das kam für mich als eine Überraschung.“ Juncker sagte, er habe alles getan, um einen Kompromiss zu ermöglichen. Wörtlich sagte er, er fühle sich von der griechischen Regierung während der Verhandlungen „verraten“.

Die Stimmung an den Finanzmärkten erlebte am Montag einen kräftigen Dämpfer. Zum Handelsauftakt an den europäischen Börsen rutschten die Kurse tief ins Minus, erholten sich dann aber wieder etwas. In Athen hatte die Börse gar nicht erst aufgemacht. Der deutsche Leitindex Dax rutschte zum Start um mehr als 4 Prozent ab, am Abend betrug das Minus noch etwa 3,5 Prozent. Der Euro-Wechselkurs konnte sich wieder etwas fangen und lag zuletzt bei gut
1,11 Dollar und damit knapp einen Cent im Minus. Tsipras rief seine Landsleute zur Besonnenheit auf. „Geldeinlagen in griechischen Banken sind absolut sicher“, sagte er.

Von Thomas Lanig
 und Detlef Drewes

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