Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
FDP wirft Linke Verhöhnung der Maueropfer vor

Deutsche Teilung FDP wirft Linke Verhöhnung der Maueropfer vor

Pünktlich zum 50. Jahrestag des Mauerbaus und mitten im Wahlkampf verschärft sich der politische Streit um die Haltung der Linkspartei. Linkspartei-Chefin Lötzsch findet, die Mauer sei eine logische Folge des Zweiten Weltkriegs gewesen. Für FDP und CDU ist das eine Verhöhnung der Opfer.

Voriger Artikel
Chinesischer Bürgerrechtlerin drohen fünf Jahre Haft
Nächster Artikel
Gedenken an Mauerbau vor 50 Jahren

Linke-Chefin Gesine Lötzsch hatte gesagt, der Mauerbau sei Ergebnis des Zweiten Weltkrieges und des deutschen Überfalls auf Russland.

Quelle: dpa

Berlin. Kurz vor dem 50. Jahrestag des Mauerbaus wird die Kritik an der Linkspartei schärfer. FDP-Generalsekretär Christian Lindner griff insbesondere Linkspartei-Chefin Gesine Lötzsch für ihre Aussage an, die Mauer sei eine logische Folge des Zweiten Weltkriegs gewesen. «Die Linke verhöhnt die Maueropfer und diejenigen, die jahrzehntelang in Unfreiheit leben mussten. Frau Lötzsch wirkt wie die letzte Regierungssprecherin der DDR», sagte Lindner in der «Passauer Neuen Presse» (Freitag). Die Linkspartei sei nicht in der Bundesrepublik angekommen.

Das Programm der Partei zeige, dass sie ein anderes politisches System wolle. Die Beobachtung durch den Verfassungsschutz sei daher gerechtfertigt. CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe warf der Linkspartei vor, aus der Geschichte nichts gelernt zu haben. «Es ist beschämend und skandalös, dass Politiker der Linkspartei nach wie vor den Mauerbau rechtfertigen», sagte er der «Berliner Morgenpost» (Freitag). «Dies entlarvt die SED-Erben einmal mehr als Ewiggestrige.» Besonders die «kruden Erklärungsversuche von Frau Lötzsch» seien «ein Schlag ins Gesicht für alle Angehörigen der Maueropfer».

Um dem etwas entgegenzusetzen, will Gröhe am 13. August vor dem Brandenburger Tor die Namen der bei Fluchtversuchen an der Berliner Mauer ums Leben gekommen Toten verlesen. An diesem Samstag wird in Berlin des Mauerbaus vor 50 Jahren gedacht. Mit dem Bau der Mauer, der am 13. August 1961 begann, wurde die rund 28 Jahre dauernde deutsche Teilung zementiert. Für SPD-Urgestein Egon Bahr (89), zum Zeitpunkt des Mauerbaus Sprecher des Regierenden Berliner Bürgermeisters Willy Brandt, greift die Erklärung von Lötzsch, die Mauer sei ein Ergebnis des Zweiten Weltkriegs, zu kurz. Zwar sei «die ganze Teilung (.) ein Ergebnis davon, dass Hitler-Deutschland den Krieg begonnen hat», sagte Bahr den Dortmunder «Ruhr Nachrichten» (Freitag). «Aber das entschuldigt nicht, was in eigener Verantwortung im Osten und im Westen daraufhin geschehen ist. Die Mauer war eine Tragödie und geschichtlich der Anfang vom Ende der DDR.»

Der stellvertretende Vorsitzende der Linke-Bundestagsfraktion, Dietmar Bartsch, forderte seine Partei zu einer klaren Positionierung in Bezug auf den Mauerbau auf. «Auch wegen unserer Geschichte ist es unabdingbar, dass wir uns in der Frage der Berliner Mauer eindeutig positionieren», sagte er der in Düsseldorf erscheinenden «Rheinischen Post» (Freitag). «Das heißt, Freiheit, Demokratie und Sozialismus lassen sich nicht mit Mauern umsetzen.»

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Deutschland / Welt
Die besten Karikaturen 2017

 Die besten Karikaturen, die im Jahr 2017 auf HAZ.de veröffentlicht worden sind.

Die Karikatur des Tages

So sehen unsere Karikaturisten die Welt.

24. Juli 2017 - Alev Doğan in Allgemein

Es gibt eine Wahrheit, vor der auch ich mich schon lange drücke. Eine, die auszusprechen weh tut: Um die Türkei steht es im Moment nicht gut. Ach was, um die Türkei steht es im Moment miserabel.

mehr