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Schwesig will arbeitenden Müttern helfen

Familienarbeitszeit Schwesig will arbeitenden Müttern helfen

Eltern, die neben ihrem Job mehr Zeit für die Kinder haben wollen, sollen vom Staat besser unterstützt werden. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) präsentierte am Montag in Berlin ihr Modell einer Familienarbeitszeit.

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„Vor allem niedrige und mittlere Einkommensgruppen profitieren“: Familienministerin Schwesig. Foto: dpa

Quelle: Maurizio Gambarini

Berlin. Demnach sollen Elternpaare, die ihre Vollzeitstelle um 10 bis 20 Prozent reduzieren, bis zu zwei Jahre lang 300 Euro im Monat bekommen, wenn sie Kinder haben, die höchstens acht Jahre alt sind. Das liefe dem Modell zufolge auf eine Wochenarbeitszeit von 28 bis 36 Stunden hinaus.

Schwesig argumentierte, es solle vor allem Väter, die für „mehr als den Gute-Nacht-Kuss“ da sein wollen, zur Reduzierung der Arbeitszeit ermutigen. Sie begründete ihren Vorschlag mit Studien, die belegen, dass immer mehr Paare die Erziehungsarbeit gleichberechtigt aufteilen wollen. In der Realität stecken aber weiter vor allem die Frauen im Beruf zurück. Häufige Variante ist die sogenannte kleine Teilzeit bei Müttern mit nur wenigen Stunden, die Aufstiege verhindert und zusätzlich die Gefahr von Altersarmut birgt. Schwesigs Familiengeld soll daher nur unter der Bedingung gezahlt werden, dass beide Elternteile Arbeitszeit reduzieren und der Job gleichzeitig „existenzsichernd“ bleibt.

Ihre Beispielrechnung: Ein Paar bezieht gemeinsam ein Nettoeinkommen von 3400 Euro. Reduziert die Frau ihre Arbeitszeit um die Hälfte, bleiben nach dem Modell 2800 Euro - ohne Anspruch auf Familiengeld. Verringern beide ihre Stundenzahl auf 80 Prozent, blieben ebenfalls 2800 Euro übrig - plus 300 Euro Familiengeld. Die Höhe soll dabei unabhängig vom Einkommen für alle Paare gleich sein. Davon würden also vor allem niedrige und mittlere Einkommensgruppen profitieren, sagte Schwesig. Jeder Elternteil hätte Anspruch auf 150 Euro. Das soll auch für getrennt Erziehende gelten. Alleinerziehende sollen den vollen Betrag von 300 Euro bekommen.

Schwesig rechnet mit Kosten von rund einer Milliarde Euro im Jahr. Für etwa 20 Prozent der Eltern komme die Leistung infrage. Die Ministerin sieht das Familiengeld als weiteren Schritt zur Familienarbeitszeit - nach dem Elterngeld Plus, mit dem seit Juli 2015 das Elterngeld gestreckt werden kann, wenn Mutter und Vater schon wieder in Teilzeit arbeiten.

Ob Schwesigs Vorhaben noch bis zur Bundestagswahl im Herbst 2017 umgesetzt wird, ist offen. Sie sagte, sie sei dazu bereit, denke aber auch über die Legislaturperiode hinaus.

Arbeitgeber-Präsident Ingo Kramer äußerte sich in der „Bild“-Zeitung kritisch: Tausende von individuellen Arbeitszeitmodellen in den Betrieben seien ein Erfolgsschlager. „Nach den teuren Rentenpaketen dürfen wir nicht erneut den Fehler begehen, in guten Zeiten Ausgaben zu beschließen, die uns später auf die Füße fallen“, sagte er.

Zustimmung bekam Schwesig von der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft Familie. Die pauschale Leistung sei eine „einfache und unbürokratische Unterstützung“, erklärte der Verband.

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