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Fast 40 Prozent haben Angst vor Terroranschlägen

Sicherheitsgefühl der Deutschen Fast 40 Prozent haben Angst vor Terroranschlägen

Die Terrorgefahr treibt die Deutschen um: Fast 40 Prozent haben Angst, Opfer eines Terroranschlags zu werden. Das hat eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov ergeben.

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Schwerbewaffnete Polizei beim Gottesdienst zum 500-jährigen Reformationsjubiläum in Hildesheim.

Quelle: dpa

Hannover. Bei der Bekämpfung von Kriminalität und Terror sehen sich die Bürger in Deutschland von der Politik schlecht vertreten. Auf dem Feld der inneren Sicherheit geben 43 Prozent der Deutschen den Politikern die Note „mangelhaft“ oder „ungenügend“. Nur 11 Prozent dagegen bezeichnen die Anstrengungen auf diesem Gebiet als gut und 20 Prozent als befriedigend.

Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov für das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), dem die HAZ angehört. Insgesamt glauben die Deutschen, dass sie im unsichersten Jahrzehnt seit den Fünfzigerjahren lebten. Die Neunzigerjahre hingegen bewerten 16 Prozent der Befragten als das sicherste Jahrzehnt.

Niedersachsen will Polizisten aufstocken

Das Sicherheits-Thema nimmt auch bei den laufenden Verhandlungen zwischen SPD und CDU über die Bildung einer Großen Koalition in Niedersachsen viel Raum ein. Sozial- wie auch Christdemokraten wollen mehr Polizisten einstellen, wobei die SPD von 1000 neuen Beamten spricht, die CDU sogar von 3000 neuen Polizisten. Auf welche Zahl sich die Verhandlungspartner einigen, ist noch ungewiss. Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Dietmar Schilff, hält die Zahl von 1500 neuen Beamten für realistisch, da zunächst neue Ausbildungskapazitäten geschaffen werden müssten.

Gleichsam im Vorgriff auf die neue Regierung will der amtierende Innenminister Boris Pistorius (SPD) jetzt Fakten schaffen bei einem Thema, das seit Monaten kontrovers diskutiert wird - die Ausrüstung der niedersächsischen Polizei mit Minikameras, die am Körper getragen werden. Sie dienen zum Aufzeichnen von Einsätzen und sollen Polizisten und Bürger gleichermaßen vor Gewalt schützen. Bisher waren nur 20 Bodycams in einem Modellversuch erprobt worden. Pistorius ordnete jetzt per Erlass an, weitere 500 Kameras über einen noch auszuschreibenden Rahmenvertrag zu bestellen. Die Geräte sollen etwa 1000 Euro je Stück kosten.

Datenschützerin kritisiert Bodycams der Polizei

Das Vorgehen des Innenministers rief allerdings Protest der Landesbeauftragten für den Datenschutz, Barbara Thiel, hervor. Der Kameraeinsatz „ist und bleibt rechtswidrig“, sagte Thiel. Behauptungen, sie sei mit dem Einsatz einverstanden, seien falsch. Tatsächlich gibt es noch keine gesetzliche Grundlage für den Einsatz von Bodycams. Diese sollte in einem neuen Polizeigesetz geschaffen werden, das aber der vorzeitigen Auflösung des alten Landtages zum Opfer fiel.

Auf Bundesebene tat sich Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zum Thema Sicherheit hervor. Er verlangte vor allem im Anti-Terror-Kampf mehr Anstrengungen. FDP und Grünen warf er vor, die Arbeit deutscher Geheimdienste nicht ausreichend zu würdigen. „Man spürt sehr deutlich, dass es an diesem Punkt bei den Jamaika-Verhandlungen hakt. Wenn es um eine Verstärkung deutscher Nachrichtendienste geht, würde ich mir mehr Entgegenkommen von FDP und Grünen wünschen“, sagte Herrmann dem RND. Er forderte, die Bundeswehr künftig am Gemeinsamen Terrorabwehrzentrum zu beteiligen.

Fast 40 Prozent haben Angst Terroropfer zu werden

Die Terrorgefahr treibt die Bürger in jedem Fall weiter um. Nach der Angst vor Krankheit rangieren Terroranschläge ganz oben auf der Sorgenliste der Deutschen. In der vom hannoverschen HDI unterstützten YouGov-Umfrage gaben 39 Prozent der Befragten an, sie befürchteten, Opfer von Terror werden zu können.

Mit jeweils 28 Prozent folgen die Furcht vor Straftaten oder Gewaltkriminalität sowie vor einem Krieg. Nur 16 Prozent der Deutschen meinen dagegen, dass sie Opfer von Naturkatastrophen wegen des Klimawandels werden könnten. Eine Finanzkrise (11 Prozent) oder sexuelle Übergriffe (9 Prozent) spielen in der Rangliste der persönlichen Bedrohungen eine untergeordnete Rolle.

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