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Flüchtling stürzt sich in die Tiefe

Mann sollte abgeschoben werden Flüchtling stürzt sich in die Tiefe

Er riskierte lieber sein Leben, als Deutschland zu verlassen: Ein Flüchtling hat sich am Flughafen Köln/Bonn aus sieben Metern Höhe in die Tiefe gestürzt. Die Polizei schob daraufhin nur seine Schwester ab.

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Am Flughafen Köln/Bonn hat sich ein 18-jähriger Flüchtling aus sieben Metern Höhe in die Tiefe gestürzt, um seiner Abschiebung zu entgehen.

Quelle: Oliver Berg/dpa

Köln. Der 18 Jahre alte Mann habe der Polizei am Dienstag gesagt, er wolle noch eine Zigarette rauchen. Dann sei er über eine Brüstung gesprungen, sagte ein Sprecher des Hochsauerlandkreises, wo der Flüchtling zuvor gewohnt hatte, am Donnerstag. "Er hat sich ein Bein gebrochen und wurde in ein Krankenhaus eingeliefert." Die 20-jährige Schwester des Mannes sei nach dem Zwischenfall allein nach Armenien abgeschoben worden.

Mitschüler protestierten gegen Abschiebung

Die drohende Abschiebung hatte im Umfeld der Familie für Unverständnis gesorgt. Mitschüler hatten vor dem Kreishaus in Meschede protestiert. Der junge Mann stand kurz vor seinem Realschulabschluss und hatte bereits einen Ausbildungsplatz sicher.

Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, hat der 18-Jährige einen Notendurchschnitt von 1,6 und hätte das Gymnasium in zwei Wochen als Schulbester verlassen. Anschließend habe er eine Ausbildung als Schreiner beginnen wollen. Auch seine Schwester soll bereits einen Ausbildungsplatz sicher gehabt haben.

Landkreis verteidigt Abschiebung

"Bild" zitiert einen Sprecher des Hochsauerlandkreises: "Aus gesetzlicher Sicht ist die Sache klar. Es gibt keinen Asylgrund für einen weiteren Aufenthalt. Er und seine Schwester sind vollziehbar ausreisepflichtig." Deshalb liegt der 18-Jährige jetzt im Krankenhaus. "Für mich war der Sprung die letzte Chance, der Abschiebung zu entkommen", sagte er der Zeitung.

dpa/wer

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