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„Unsere Möglichkeiten sind endlich“

Joachim Gauck „Unsere Möglichkeiten sind endlich“

Bundespräsident Joachim Gauck hat angesichts der Flucht hunderttausender Menschen nach Deutschland vor einer begrenzten Aufnahmekapazität gewarnt und „eine breite gesellschaftliche Debatte“ über eine „humane Aufnahmepolitik auch in der Zukunft“ eingefordert.

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"Unser Herz ist weit, doch unsere Möglichkeiten sind endlich“, sagte Gauck zum Auftakt der 40. Interkulturellen Woche am Sonntag in Mainz.

Quelle: dpa

Mainz.  „Unser Herz ist weit, doch unsere Möglichkeiten sind endlich“, sagte Gauck zum Auftakt der 40. Interkulturellen Woche am Sonntag in Mainz. Gauck bezeichnete die bundesweite Hilfe von Bürgern als „Graswurzelbewegung der Menschlichkeit“, warnte aber zugleich vor drohenden „Spannungen zwischen Neuankömmlingen und Alteingesessenen“.

Konflikte zwischen Bürgern und Flüchtlingen könnten Gauck zufolge am besten vermieden werden, wenn „die einen wie die anderen sich nicht übervorteilt fühlen“. Der Staat müsse nun „angesichts des schnellen Zustroms den Bau von Wohnungen fördern und Schulen bauen, Lehrer und Kindergärtner einstellen, Arbeitswelt und Berufsbildung anpassen, deutsche Sprache und deutsches Recht lehren. Und das alles gleichzeitig“.

Schutz der EU-Außengrenzen

Gauck sprach sich zudem für den Schutz der EU-Außengrenzen aus, damit Deutschland ein Staat bleibe, in den „Menschen flüchten können, solange es Krieg und Verfolgung gibt“. Die Aufrechterhaltung der inneren Ordnung und letztlich des inneren Friedens seien die Voraussetzung dafür, Flüchtlinge in großer Zahl aufnehmen zu können.

Die Neuankömmlinge forderte Gauck auf, „sich voll“ in die Gesellschaft einzubringen und sich dabei bewusst zu machen, dass „wir hier in einem Land der Freiheit, der Menschenrechte und der Gleichberechtigung der Geschlechter“ leben. Es kann auch das Ihre werden.“

Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, auf dem Eröffnungsgottesdienst der von den beiden Amtskirchen getragenen Veranstaltung. Marx befürchtete ebenfalls „Schwierigkeiten“ bei der Integration. Sie könne am besten gelingen, „wenn wir den neu zu uns Gekommenen von Anfang an aussichtsreiche Bildungs- und Berufsperspektiven eröffnen und ihnen eine aktive Teilhabe an unserem Gemeinwesen ermöglichen“, erklärte Kardinal Marx.

afp

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