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Warum Pfleger in Deutschland am Boden sind

Fragen und Antworten Warum Pfleger in Deutschland am Boden sind

Wenig Personal, viel Stress, schlechte Bezahlung - die Situation der Pfleger in Deutschland ist katastrophal. Warum ist das so? Die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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Fachkräftemangel in der Pflege: Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Quelle: Symbolbild

Wie gut werden Pfleger bezahlt?

Gar nicht gut. Pfleger verdienen nach Statistiken der Arbeitsagentur und des statistischen Bundesamtes im Schnitt 2200 Euro brutto im Monat. Das ist ein Drittel weniger als das, was ein durchschnittlicher Arbeitnehmer in Deutschland verdient. Bei Altenpflegern sieht es sogar noch ein bisschen schlechter aus. Die Zahlen schwanken von Region zu Region und von Heim zu Heim. Frauen in ostdeutschen Altenheimen verdienen einer Untersuchung des Pflegebeauftragten der Bundesregierung zufolge am wenigsten und müssen am häufigsten in Teilzeit arbeiten. Insgesamt arbeiten mehr als 61 Prozentaller Pfleger in Deutschland in Teilzeit. In Köln sind es 41 Prozent, zeigen Auswertungen von Correctiv.

Wir hart ist die Arbeit als Pfleger wirklich?

Pfleger gehören in Untersuchungen regelmäßig zu den am härtesten beanspruchten Berufsgruppen. Etwa ein Drittel aller Pfleger fühlt sich häufig an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit, doppelt so viel wie in anderen Berufen. Fast die Hälfte aller Altenpfleger arbeitet in Schichten und sagt, der Stress im Job habe in den vergangenen Jahren zugenommen. Zwei Drittel der Pfleger hat Schlafstörungen und ähnliche „psychovegetative Beschwerden“, schreibt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).

Was macht dieser Stress mit den Pflegern langfristig?

Altenpfleger verlassen ihren Beruf im Schnitt bereits nach gut acht Jahren. Damit halten sie fünf Jahre weniger durch als Krankenschwestern. Je mehr Patienten, je mehr Stress, je unzufriedener – desto häufiger brennen Pfleger aus. Das haben Stefan Greß und Klaus Stegmüller zusammengetragen, zwei Forscher im Bereich Pflege-Versorgung an der Hochschule Fulda. Pfleger gehören zu den zehn Berufsgruppen mit den meisten Krankheitstagen. 2014 fehlten Pfleger im Schnitt 26,7 Tage, rund acht Tage länger als andere Arbeitnehmer. Das berichtet das Wissenschaftliche Institut der AOK WIdO.

Wer will diesen Job überhaupt noch machen?

Im März waren bei der Arbeitsagentur fast 12.000 offene Stellen für Fachkräfte in der Altenpflege gemeldet, aber nur 3500 entsprechende Bewerber. Keine Branche in Deutschland hat so wenig Angebot bei so viel Nachfrage. Arbeitsagentur-Vorstandsmitglied Raimund Becker sprach schon 2014 von einem gravierenden Mangel an Altenpflegekräfte. Seitdem hat sich die Situation noch verschärft. In Köln stellt sich die Situation etwas anders dar: Aktuellen Zahlen der Arbeitsagentur Köln zufolge sind in der Altenpflege 150 Stellen unbesetzt bei 499 Arbeitslosen Pflegern.

Wird sich das alles bald bessern?

Nicht so bald. Mit der Verabschiedung des Pflegestärkungsgesetzes II will die Bundesregierung zwar ein „wissenschaftlich fundiertes Verfahren zur einheitlichen Bemessung des Personalbedarfs“ einführen. Bislang ist das Personal in den Pflegeheimen immer in Verhandlungen festgelegt worden, nie bemessen wroden. Bis Mitte 2020 soll nun bestimmt und beschlossen werden, wie viel Personal deutsche Pflegeheime wirklich benötigen. Zu spät, kritisieren viele. Aus den aktuellen Verhandlungen für das Personal ab Januar 2017 ist zu hören, dass es wohl kaum zusätzliches Personal für Pflegeheime geben wird.

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