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Gauland: "Nationalelf ist nicht mehr deutsch"

Stellvertretender AfD-Vorsitzender Gauland: "Nationalelf ist nicht mehr deutsch"

Boateng, Özil, Khedira, Gomez, Mustafi, Podolski: Mehrere deutsche Nationalspieler haben ausländische Wurzeln. Für den AfD-Vize Alexander Gauland ist die Fußballnationalmannschaft "schon lange nicht mehr deutsch" im "klassischen Sinne".

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Für AfD-Vize Alexander Gauland ist die deutsche Fußballnationalmannschaft "schon lange nicht mehr deutsch" im "klassischen Sinne".

Quelle: dpa

Hamburg. Es ist noch keine Woche her, dass Alexander Gauland eine Debatte über Rassismus in Deutschland und den Nationalspieler Jérôme Boateng ausgelöst hat: Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" hatte den AfD-Politiker mit den Worten zitiert, die Leute fänden den dunkelhäutigen Innenverteidiger "als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben".

Viele Menschen widersprachen Gauland. Der 75-Jährige wurde für seine Äußerungen scharf kritisiert, sogar von seiner Parteifreundin, der AfD-Vorsitzenden Frauke Petry. Daraufhin bestritt Gauland zunächst, dass er die Sätze über Boateng gesagt hatte. Später warf er den Journalisten der "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" vor, sie hätten aus einem vertraulichen Gespräch zitiert. Der ARD sagte Gauland außerdem: "Ich kenne mich im Fußball überhaupt nicht aus."

Gauland: Multikulti ist den meisten Menschen fremd

Trotzdem hat sich Gauland erneut zum Thema Nationalmannschaft geäußert. Profifußball sei "keine Frage der nationalen Identität mehr", sondern "letztlich eine Geldfrage", sagte der stellvertrende AfD-Parteivorsitzende dem "Spiegel", wie das Magazin am Freitag vorab berichtete. "Eine deutsche oder eine englische Fußballnationalmannschaft sind schon lange nicht mehr deutsch oder englisch im klassischen Sinne."

Außerdem sagte Gauland, die vielen Spieler mit Migrationshintergrund seien kein Beweis dafür, dass Deutschland ein Einwanderungsland sei. "Ich glaube nicht, dass die Nationalmannschaft dafür das passende Symbol ist." Auch das Lebensgefühl der meisten Deutschen ist nach Ansicht Gaulands nicht "so multikulti". Es gebe "noch immer eine starke Verbundenheit zu Land und Leuten und Geschichte und Tradition. Sie fiebern zwar mit dem Fußball mit, aber diese multikulturelle Welt ist den meisten noch immer fremd", sagte er.

Darf ein deutscher Beamter nach Mekka pilgern?

Im Aufgebot der Fußballnationalelf für die Europameisterschaft in Frankreich steht eine Reihe von Spielern mit ausländischen Wurzeln. Boatengs Vater kommt beispielsweise aus Ghana, der Vater von Mittelfeldspieler Sami Khedira aus Tunesien, Stürmer Mario Gomez hat einen spanischen Vater. Die Wurzeln von Verteidiger Shkodran Mustafi sind albanisch, Stürmer Lukas Podolski wurde in Polen geboren, Supertalent Leroy Sané hat einen Vater aus dem Senegal und die Mutter von Abwehrspieler Antonio Rüdiger kommt aus Sierra Leone.

Mit Emre Can und Mesut Özil stehen zudem zwei türkischstämmige Spieler im Kader. Die Pilgerreise Özils nach Mekka nannte Gauland im "Spiegel" "sehr gewöhnungsbedürftig für eine Partei, die den Islam nicht als Teil Deutschlands betrachtet". Bei Fußballspielern akzeptiere er dies, bei Beamten, Lehrern, Politikern und Entscheidungsträgern würde er aber "sehr wohl die Frage stellen: Ist jemand, der nach Mekka geht, in einer deutschen Demokratie richtig aufgehoben?"

Özil war vor knapp zwei Wochen nach Mekka gereist. Dort ließ sich der gläubige Muslim in Pilger-Kleidung vor dem zentralen Heiligtum des Islam, der Kaaba, fotografieren. Anschließend veröffentlichte Özil das Foto in den sozialen Netzwerken. Mittlerweile gefällt das Foto allein auf Facebook mehr als zwei Millionen Menschen. Die AfD Sachsen bezeichnete Özils Pilgerfahrt dagegen als ein "antipatriotisches Signal".

afp/RND/wer

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