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Gedenken an Mauerbau vor 50 Jahren

Wulff: Freiheit unbesiegbar Gedenken an Mauerbau vor 50 Jahren

Der einstige Todesstreifen an der Bernauer Straße in Berlin ist ein Ort des Gedenkens geworden. Reste der Mauer und andere Spuren des mörderischen DDR-Grenzregimes sind zu sehen. Hier gedenkt am Samstag auch Bundespräsident Wulff des Mauerbaus vor 50 Jahren.

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Am 13. August 1961 begann der Bau der menschenverachtenden Grenze.

Quelle: dpa

Berlin. Am 50. Jahrestag des Mauerbaus hat Bundespräsident Christian Wulff dazu aufgerufen, weltweit für Demokratie und Menschenrechte einzutreten. „Die Erinnerung an das Unrecht der Mauer mahnt uns, diejenigen nicht allein zu lassen, die für Freiheit, Demokratie und Bürgerrechte kämpfen“, sagte das Staatsoberhaupt bei der zentralen Gedenkveranstaltung am Samstag in Berlin. „Und sie verlangt von uns, dafür zu sorgen, dass sich Geschichte nicht wiederholt.“

Wulff gedachte der Toten an der Mauer und der innerdeutschen Grenze. „Aber einmal mehr hat sich gezeigt: Am Ende ist die Freiheit unbesiegbar“, betonte er. Der Bundespräsident kritisierte aber auch, dass sich vor der Wende viele mit Teilung und Mauer abgefunden hätten. Beschämend sei vor allem die um sich greifende Gleichgültigkeit in Westdeutschland gewesen. Unrecht von links habe weniger empört als Unrecht von rechts. Bis heute sei vielen der verbrecherische Charakter der DDR-Macht nicht bewusst. „Es wird verklärt und verharmlost, nicht nur im Osten, nicht nur von Tätern.“

Zu dem zentralen Gedenken in der Berliner Mauer-Gedenkstätte an der Bernauer Straße kam auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Sie stand nicht auf der Rednerliste. Merkel bezeichnete das Unrecht des Mauerbaus vor 50 Jahren als weltweite Mahnung, für Freiheit und Demokratie zu kämpfen. „Wir dürfen den 13. August 1961 und das Leid, das er über Millionen von Menschen gebracht hat, nie vergessen. Das Unrecht des Mauerbaus mahnt uns bis heute, bei uns zu Hause und weltweit für Freiheit, Demokratie und Bürgerrechte einzutreten“, sagte Merkel am Samstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Der Mauerfall 28 Jahre später sei für sie persönlich ein Erlebnis gewesen, das sie immer leiten werde. Merkel: „Dieses Erlebnis hat meinem und Millionen von Leben eine Wendung zum Guten gegeben. Es wird mich immer leiten.“

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) dankte den DDR-Bürgerrechtlern und osteuropäischen Freiheitsbewegungen. „Sie haben den Weg zur Überwindung der Teilung geebnet.“ Besonders dankte er dem früheren sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow. Die DDR sei ein Unrechtsstaat gewesen, betonte der SPD-Politiker. Der 13. August 1961 sei der traurigste Tag in der jüngeren Geschichte der Stadt gewesen.

Durch das DDR-Grenzregime starben mindestens 136 Menschen an der Berliner Mauer

Die frühere Bürgerrechtlerin Freya Klier berichtete von ihrem Fluchtversuch als 18-Jährige, der verraten wurde. Sie kam ins Gefängnis. „Was für ein unbarmherziges System war das, von dem so viele heute noch schwärmen“, sagte Klier. Auch Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) wandte sich gegen eine Verklärung und Verharmlosung der DDR-Geschichte. Es müsse noch mehr Aufklärung geleistet werden. Die DDR sei ohne Zweifel ein Unrechtsstaat gewesen. Gerade den früheren Bürgerrechtlern sei man es schuldig, die „Dinge beim Namen zu nennen und die Wahrheit zu sagen“.

Vielerorts wehten am Samstag Flaggen auf Halbmast. Bundesweit waren die Bürger zu einer Schweigeminute um 12.00 Uhr aufgerufen. In Berlin sollten Kirchenglocken läuten, Busse und Bahnen für eine Minute stoppen und Menschen innehalten.

Vor 50 Jahren, am 13. August 1961, begann der Bau der menschenverachtenden Grenze auf Befehl der DDR-Führung unter Walter Ulbricht. Noch wenige Wochen zuvor hatte Ulbricht die Weltöffentlichkeit getäuscht. Sein Satz „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“ erlangte traurige Berühmtheit. Mit dem Mauerbau wurde die deutsche Teilung zementiert, die erst am 9. November 1989 zu Ende ging. Durch das DDR-Grenzregime starben mindestens 136 Menschen an der Berliner Mauer.

Seit Mitternacht wurden am Samstag in der Kapelle der Versöhnung an der Bernauer Straße die Biografien von Maueropfern gelesen und Kerzen entzündet. Zu den Andachten kamen auch jüngere Menschen, die die Teilung nicht mehr erleben mussten. An der Bernauer Straße wurde auch der zweite Abschnitt einer Mauer-Erinnerungslandschaft unter freiem Himmel eröffnet. Die Straße galt als Symbol der Teilung, weil die Häuser zum Osten gehörten und der Bürgersteig im Westen lag. Hier spielten sich nach dem Mauerbau dramatische Fluchtszenen ab.

dpa

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Punkt zwölf bleiben die Berliner S- und U-Bahnen stehen, auch Busse fahren nicht mehr. Am ehemaligen Todesstreifen in der Bernauer Straße sind Kirchenglocken zu hören. Sonst herrscht Stille. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundespräsident Christian Wulff stehen mit gesenkten Häuptern vor Blumenkränzen für die Opfer der Mauer, die am 13. August vor 50 Jahren gebaut wurde.

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