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Deutschland / Welt Gedenken an Rostocker Krawalle
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14:42 26.08.2012
„Demokratie muss wehrhaft sein": Bundespräsident Joachim Gauck in Lichtenhagen bei der zentralen Gedenkkundgebung zum 20. Jahrestag der Krawalle. Quelle: dpa
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Rostock

Mehrere tausend Menschen haben auch am Sonntag aus Anlass des 20. Jahrestags der ausländerfeindlichen Krawalle von Rostock für Toleranz und gegen das Vergessen demonstriert. Unmittelbar vor Beginn der zentralen Gedenkkundgebung, auf der auch Bundespräsident Joachim Gauck eine Rede hielt, wurde am Schauplatz des damaligen Geschehens im Stadtteil Lichtenhagen ein Baum als Symbol des Friedens gepflanzt. Er soll an die fremdenfeindlichen Ausschreitungen am sogenannten Sonnenblumenhaus im August 1992 erinnern.

Im Rahmen einer Sternfahrt waren rund 1500 Radfahrer nach Lichtenhagen gekommen, um an der zentralen Gedenkveranstaltung teilzunehmen, die als Höhepunkt der mehrtägigen Reihe von Kundgebungen, Diskussionen und Konzerten gilt. Schon am Samstag hatten rund 5000 Menschen am Sonnenblumenhaus friedlich für Toleranz und Mitmenschlichkeit demonstriert, aber auch Änderungen an der Asylgesetzgebung in Deutschland gefordert. Der Geschäftsstellenleiter der nach den Unruhen gegründeten Initiative „Bunt statt braun“, Torsten Sohn, rechnete für Sonntag mit bis zu 8000 Menschen.

Im August 1992 hatten in der Plattenbau-Vorstadt rechte Randalierer tagelang ein Asylbewerberheim im Sonnenblumenhaus belagert und schließlich unter dem Applaus von Anwohnern Brandsätze auf das dort ebenfalls untergebrachte Ausländerwohnheim geworfen. Die Ereignisse zählen zu den schlimmsten fremdenfeindlichen Übergriffen der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Gauck mahnt wehrhafte Demokratie an

Bundespräsident Joachim Gauck hat die fremdenfeindlichen Ausschreitungen von 1992 in Rostock-Lichtenhagen als Ausdruck staatlichen Versagens bezeichnet. „Demokratie muss wehrhaft sein und darf sich das Gewaltmonopol nicht aus der Hand nehmen lassen“, mahnte Gauck am Sonntag in Lichtenhagen bei der zentralen Gedenkkundgebung zum 20. Jahrestag der Krawalle. Rechtsextremisten stehe heute eine breite Front gegenüber: „Wir versprechen Euch, wir fürchten Euch nicht. Wo ihr auftretet, werden wir Euch im Wege stehen.“ Der von ihnen verbreitete Hass dürfe als Mittel der Konfliktlösung niemals geduldet werden.

dpa

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