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Serbiens Regierungschef von Gedenkfeier vertrieben

Massaker von Srebrenica Serbiens Regierungschef von Gedenkfeier vertrieben

Aufgebrachte Demonstranten haben den serbischen Ministerpräsidenten Aleksandar Vucic am Samstag von der Feier zum Gedenken an das Massaker von Srebrenica vertrieben. Vucic wurde von den Demonstranten ausgebuht und so massiv bedrängt, dass er den Gedenkort verlassen musste.

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Der serbische Ministerpräsidente Aleksandar Vucic wurde von den Demonstranten ausgebuht und massiv bedrängt.

Quelle: dpa

Srebrenica. Vucic war nach Srebrenica gereist, um mit zahlreichen weiteren Politikern der tausenden muslimischen Jungen und Männer zu gedenken, die dort 1995 von bosnisch-serbischen Truppen ermordet worden waren.

Genozid vor 20 Jahren

Der vor 20 Jahren im ostbosnischen Srebrenica von Serben organisierte Völkermord an mehr als 8000 Muslimen ist nach UN-Angaben „ein Verbrechen gegen die gesamte Menschheit“. So nannte der Vorsitzende des UN-Kriegsverbrechertribunals, Theodor Meron, dieses größte Kriegsverbrechen in Europa nach 1945. Der Bürgermeister von Srebrenica, Camil Durakovic, beschrieb das unfassbare Massaker am Samstag mit den Worten: „Die meisten meiner damaligen Spielkameraden und damit meine Kindheit liegen heute begraben in der Gedenkstätte  Srebrenica.“

Gedenkfeier in alter Batteriefabrik

Tribunal-Staatsanwalt Serge Brammertz berichtete, das UN-Tribunal in Den Haag habe die 20 wichtigsten Befehlshaber des Genozids in Srebrenica vor Gericht gestellt und rund 2000 Zeugen gehört. Er rief die Behörden in Bosnien-Herzegowina und in den Nachbarländern auf, „noch Hunderte Gerichtsverfahren“ gegen die Mittäter einzuleiten, die immer noch unbehelligt lebten.

Die Gedenkfeier fand in der alten Batteriefabrik statt, die den niederländischen UN-Soldaten damals als Hauptquartier gedient hatte. Das sogenannte Dutchbat hatte das Massaker nicht verhindern können, obwohl die UN Srebrenica zur „sicheren Schutzzone“ erklärt hatten.  

afp/dpa

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