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Deutschland / Welt Gegner und Befürworter der PID werben für ihre Position
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10:15 07.07.2011
Am Donnerstag wurde im Bundestag über eine Gesetzesneuregelung bei PIDs. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Berlin

Gegner und Befürworter der umstrittenen Präimplantationsdiagnostik (PID) haben im Bundestag eindringlich für ihre Positionen geworben.

Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Flach (FDP) forderte in der mit Spannung erwarteten Debatte am Donnerstag die Zulassung der Gentests an Embryos aus dem Reagenzglas. Der Gesetzgeber werde vor dem Bundesverfassungsgericht scheitern, wenn er eine Frau zwinge, zur Abwendung einer schweren Erbkrankheit oder einer Fehl- oder Totgeburt eine Abtreibung vorzunehmen, sagte Flach. Nach heutiger Rechtslage ist eine Abtreibung dann erlaubt.

„Wir sehen keinen automatischen Anspruch auf eine PID vor“, versicherte Flach. Der Patientenbeauftragte Wolfgang Zöller (CSU) hielt entgegen, der staatliche Schutzauftrag gegenüber Menschen mit Behinderung werde mit der PID infragegestellt. „Ein menschlicher Embryo entwickelt sich von Anfang an als Mensch und nicht zum Menschen.“ Zöller: „PID bedeutet Selektion.“ Unter den künstlich hergestellten Embryonen würden die einen ausgewählt, die anderen verworfen.

Der SPD-Ethikexperte René Röspel warb für den dritten Antrag, einen Mittelweg. Die PID solle nur erlaubt sein, wenn die Entwicklungsfähigkeit des Embryos unwiderruflich nicht gegeben sei. „Wir wollen nicht, dass darüber entschieden wird, ob ein Leben gelebt werden darf. Aber wir akzeptieren die Tatsache, dass im Embryo die Entscheidung bereits getroffen ist, dass er nicht leben kann.“

CDU-Wirtschaftsstaatssekretär Peter Hintze sagte als Anhänger der PID-Zulassung: „Nicht eine Ethik der Strafe sondern eine Ethik des Helfens macht unsere Gesellschaft menschlicher.“

Den Abgeordneten liegen drei Anträge vor: für eine begrenzte Zulassung, für ein komplettes Verbot und - als Kompromiss - für ein Verbot mit Ausnahmen.

Zunächst verständigten sich die Abgeordneten darauf, per Stimmzettelverfahren abzustimmen. Alle Anträge stehen demnach gleichzeitig zur Abstimmung. Erhält gegen Mittag keiner im ersten Wahlgang die Mehrheit, kommt es zum zweiten Durchgang mit den beiden stärksten Anträgen.

Derzeit sind die dabei vorgenommenen Gentests an Embryonen aus dem Reagenzglas erlaubt. Die Anwendung der Methode ist aber nicht weiter geregelt. Nun soll es eine Regelung geben. Die Debatte ist auf mindestens drei Stunden angesetzt.

dpa

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