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Terrormiliz zieht sich aus Manbidsch zurück

IS nimmt Geiseln Terrormiliz zieht sich aus Manbidsch zurück

Mehr als zwei Monate kämpft ein Bündnis unter Führung der Kurden gegen den IS in Manbidsch. Nach heftigen Gefechten tritt die Terrormiliz mit Tausenden Kämpfern den Rückzug an – und benutzt dabei offenbar Bewohner der Stadt als menschliche Schutzschilde.

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Die Stadt Manbidsch liegt etwa 100 Kilometer nordöstlich von Aleppo.

Quelle: Screenshot Google Maps

Damaskus. Nach wochenlangen Kämpfen hat sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus der strategisch wichtigen Stadt Manbidsch im Norden Syriens zurückgezogen. Syrisch-kurdische Truppen verkündeten am Freitag die vollständige "Befreiung" der Stadt vom IS. Demnach hätten sich die Dschihadisten in Richtung der Stadt Dscharablus, nördlich von Manbidsch zurückgezogen. Der Sprecher des Militärrates von Manbidsch sagte, der IS habe auch Bewohner der Stadt mitgenommen. "Wir haben nicht auf sie geschossen, weil sie Zivilisten als menschliche Schutzschilde dabei hatten", sagte Scherwan Darwisch.

Gebiete in Manbidsch würden zunächst nach Minen durchsucht, teilte die pro-kurdische Nachrichtenagentur Firat mit. Demnach hatten Luftangriffe der USA eine entscheidende Rolle bei der Eroberung gespielt. Der Rückzugsort Dscharablus liegt nördlich von Manbidsch direkt an der türkischen Grenze.

Knotenpunkt auf dem Weg in IS-Hochburg

Mehr als zwei Monate hatten die von Kurden geführten und von den USA unterstützten Demokratischen Kräfte Syriens (DFS) versucht, Manbidsch einzunehmen. Die Stadt war 2014 von den Dschihadisten eingenommen worden und galt als wichtiger Knotenpunkt für die Versorgungsroute in die IS-Hochburg Al-Rakka.

Zuvor war mehr als 2500 Zivilisten die Flucht aus dem letzten vom IS kontrollierten Viertel im Norden der Stadt gelungen. Es habe sich vor allem um Frauen und Kinder gehandelt, hieß es aus Kreisen der Demokratischen Kräfte Syriens (DFS).

Lage in Aleppo spitzt sich zu

Unterdessen gingen nach Angaben von Aktivisten auch die Kämpfe in der syrischen Metropole Aleppo weiter. Menschenrechtsbeobachter berichteten von Dutzenden Luftangriffen und von Artilleriebeschuss. In der Folge habe ein Kinderkrankenhaus in der Nähe von Aleppo den Dienst einstellen müssen.

Die internationale Hilfsorganisation Save the Children warnte vor einem Anstieg der Angriffe auf Schulen im Nordwesten Syriens. Die Kämpfe in den Regionen von Aleppo und Idlib verschärften sich weiter, und auch immer mehr Schulen gerieten dabei unter Beschuss, teilte die Organisation mit. Die Kinder seien völlig verängstigt und ihre Eltern wollten sie nicht mehr zum Unterricht schicken, weil den ganzen Tag Drohnen, Helikopter und Kampfflugzeuge über den Gebieten kreisten. "Selbst in einem solchen Konflikt muss das Recht der Kinder gewahrt bleiben, zu lernen und zu spielen»" sagte Geschäftsführerin Helle Thorning-Schmidt.

RND/dpa

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