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Deutschland / Welt Gemeinsam gegen Trump und den Brexit
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22:01 12.07.2018
Die britische Premierministerin Theresa May und Bundeskanzlerin Angela Merkel scheinen in schwierigen Zeiten zueinander zu finden. Quelle: AP
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Ein grimmiger Angreifer wurde abgewiesen, man stand einander bei und deutete den Angriff auf einen als Angriff auf alle: Die Nato hat sich soeben lehrbuchhaft als Verteidigungsbündnis bewährt.

Die Attacke allerdings, darin lag das ganz und gar Unerwartete, kam nicht von außen, sondern vom Präsidenten der USA. Donald Trump bewegte sich in Brüssel wie ein Elefant, der mal eben in den Porzellanladen reinschaut. Jetzt ist London an der Reihe. Krachend schob Trump auch hier Zerbrechliches aus den Regalen. Zu Theresa Mays Plänen für einen weichen Brexit befragt, ging Trump prompt auf Distanz zur britischen Regierungschefin: „Ich weiß nicht, ob es das ist, wofür die Briten gestimmt haben“, sagte Trump. Die Wähler hätten „den Bruch“ gewollt.

Freunde wie Gegner und Gegner wie Freunde behandeln

May zeigte sich verärgert, zu Recht. Was ist aus der legendären Sonderbeziehung geworden, der oft geradezu konspirativen „special relationship“ zwischen Großbritannien und den USA? Die von Trump verhängten Abschottungszölle auf Stahl etwa frustrieren auch britische Firmen. Und seine Art, Freunde wie Gegner und Gegner wie Freunde zu behandeln, irritiert russlandkritische Briten über Parteigrenzen hinweg.

May hat Ende voriger Woche bei ihren britischen Konservativen in einer dramatischen Machtprobe ihr neues Brexit-Konzept durchgesetzt. Ihr 120-Seiten-Plan enthält zwar sehr viele Fragwürdigkeiten. May würde ihrem Land aber damit immerhin jenen sofortigen „Sturz über die Klippe“ ersparen, vor dem Wirtschaftsvertreter eindringlich warnen: Die Premierministerin will den freien Warenverkehr mit der EU aufrechterhalten, und sie winkt auch mit Visa-Freiheit für Touristen, Schüler und Studenten aus der EU.

Trump hält zu Boris Johnson

Ist dieser weiche Brexit gar kein Brexit, wie Hardliner in London zürnen? Trump hält in dieser Frage, ganz klar, zu seinem „Freund“ Boris Johnson, Mays gefährlichstem innenpolitischen Rivalen. So sitzt nun in Downing Street 10 in London ebenso wie im Kanzleramt in Berlin eine Regierungschefin, die den Eindruck haben muss: Der amerikanische Präsident möchte mich an dieser Stelle lieber nicht sehen.

Diese neue Konstellation legt eine neue gemeinsame Gegenwehr nahe. May und Merkel werden enger denn je zusammenwirken müssen, um die negativen Folgen der beiden unheilvollen Voten des Jahres 2016 so gut es geht einzudämmen: Brexit und Trump. Von der breiten Öffentlichkeit unbemerkt war May bereits vorige Woche zu Gast im Kanzleramt – einen Tag, bevor sie ihrem eigenen Kabinett auf dem Landsitz Chequers die neuen Brexit-Pläne vorstellte. Eine Pressekonferenz fand in Berlin nicht statt, die Regierungschefinnen legten einfach nur Wert auf eine garantiert von niemandem belauschte vertrauliche Unterredung. Vielleicht war es der Beginn einer neuen speziellen Beziehung.

Von Matthias Koch

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