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Deutschland / Welt Genug gespaltet
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Genug gespaltet
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07:00 13.02.2018
Quelle: dpa
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Hamburg

Wer heute noch auf Spaltung setzt, ist von gestern. Kleinkariertes Gegeneinander führt in die Irre. „Ausländer dürfen über Regierung abstimmen“, titelt „Bild“. Wut und Angst füttern die Kassen von Facebook und Co., Hass und Hetze werden mit Like-Buttons zu Gruppengefühlen, die Abhängigkeiten schaffen, aber nicht glücklich machen. Selbst Tech-Größen des Silicon Valley prangern als „Initiative für menschenfreundliche Technologie“ den groben Umgang an.

Und die Politik? Rückwärtsgewandte „Griesgrame“ nennt Grünenchef Habeck die, die mit „Konzepten von Ausgrenzung, von Spaltung, Missgunst und Hass agieren“, und spricht dann aber von Umverteilung. Profil schärfen mithilfe eines Sündenbocks – wie weitblickend ist das denn? Und die SPD? Die vergisst, dass sie in einer Regierung für ALLE da sein soll. Zuletzt entstand der Eindruck, es ginge um vorab zu erzielende Kriegsbeute, nicht um gemeinsame Wege. Den anderen etwas wegnehmen, Schuldige finden, jemandem „in die Fresse“ geben ist so was von gestrig. Lösungen sehen anders aus.

Hinwendung ist erforderlich, Authentizität. Damit zieht man Menschen an. Politik und Medien müssen nicht empathisch tun, sondern wirklich verstehen. Wir leben gemeinsam in diesem Land. Wir wollen einander aushalten, recht behalten, die Richtung vorgeben, auch mal zurückstecken, wenn andere sich auskennen, wir wollen abgeben und abbekommen, wir wollen gefragt werden und gehört. Wir wollen Teil eines Ganzen sein, nicht eines Halben oder eines Viertels. Wir wollen nicht zurück.

Stephanie Nannen ist Publizistin in Hamburg.

Von Stephanie Nannen

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