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Deutschland / Welt Gregor Gysi tritt noch mal an
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Gregor Gysi tritt noch mal an
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08:33 15.09.2016
„Nach reiflicher Überlegung“: Gregor Gysi will 2017 erneut für den Bundestag kandidieren. Quelle: dpa.
Berlin

Der langjährige Linken-Fraktionschef Gregor Gysi will im kommenden Jahr erneut für den Bundestag kandidieren. Er habe diese Entscheidung „nach reiflicher Überlegung“ getroffen und komme dabei „vieler Bitten und Signale“ insbesondere aus seinem Berliner Wahlkreis nach, sagte Gysi dem „Berliner Kurier“ (Donnerstagsausgabe).

„Protest gegen Merkel muss in die richtigen Bahnen“

Seine Partei forderte er auf, ein Bündnis mit SPD und Grünen anzustreben. Rot-rot-grün müsse sich als Alternative zu einer unionsgeführten Bundesregierung positionieren, sagte Gysi. „Die CDU/CSU muss in die Opposition, auch damit sie die AfD überflüssig machen kann.“ Deutschland und Europa brauchten eine „andere, eine soziale, friedliche und demokratische Politik“, sagte Gysi. Dies gehe nur mit einer starken Linken.

Gysi  forderte seine Partei auf, mehr Bereitschaft zu einer alternativen Regierung zu zeigen. „Der Protest gegen Merkel muss in die richtigen Bahnen, damit sich endlich etwas positiv entwickelt im Land“, sagte er. Die Linke müsse „noch mehr Verantwortung übernehmen“.

Mit der aktuellen Linken-Führung sei er dabei einer Meinung, beteuerte er. „Katja Kipping, Bernd Riexinger, Sahra Wagenknecht, Dietmar Bartsch und ich ziehen an einem Strang, um den Aufstieg der AfD zu stoppen“, sagte Gysi.

Rückzug von der Fraktionsspitze im Juni 2015

Vor 15 Monaten hatte der Jurist auf dem Parteitag in Bielefeld seinen Rückzug von der Spitze der Linksfraktion angekündigt, zugleich aber offen gelassen, ob er sich bei der nächsten Wahl um ein Mandat bewerben würde. Seit Oktober 2015 wird die Bundestagsfraktion in einer Doppelspitze von Sahra Wagenknecht, der Wortführerin des linken Flügels, und dem Reformer Dietmar Bartsch geführt.

Gysi war 1990 zum ersten Mal in den Bundestag gewählt worden. Im kommenden Jahr möchte er nach eigenen Angaben auf einen Platz auf der Berliner Landesliste verzichten und lediglich als Direktkandidat im Bezirk Treptow-Köpenick antreten.

Von dpa/afp/RND

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