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Griechenland nutzt Google Earth zur Steuerfahndung

Verstecktes Vermögen Griechenland nutzt Google Earth zur Steuerfahndung

Steuerfahndung per Satellit: Angesichts der grassierenden Steuerhinterziehung setzt der griechische Fiskus auf Google Earth, um verstecktes Vermögen zu finden.

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Versteckter Reichtum? Satellitenansicht von Villen auf Korfu.

Quelle: Google Earth

Athen. Hier eine illegal errichtete Villa, dort ein nicht angemeldeter Swimmingpool – längst nicht alle griechischen Immobilien sind in den Grundbüchern verzeichnet. Und schon gar nicht beim Finanzamt gemeldet. Aber das Kamera-Auge des Satelliten ist unbestechlich. Was verbirgt sich hinter der hohen Hecke, die das Villengrundstück umgibt? Ein ökologischer Gemüsegarten? Oder ein luxuriöses Schwimmbad? Fragen wie diese interessieren die griechischen Steuerfahnder jetzt ganz besonders. Denn um die in Hellas grassierende Steuerhinterziehung und den immer noch drohenden Staatsbankrott zu bekämpfen, werden nun Indizien wie die Wohnfläche eines Eigenheims und Luxusattribute wie ein Pool im Garten zur Ermittlung des tatsächlichen Einkommens der Besitzer herangezogen.

So bestimmt es das neue Steuergesetz, das diese Woche im Athener Parlament beraten wird. Bei der Fahndung nach Steuersündern erweist sich der Dienst Google Earth, der kostenlos detaillierte Satellitenbilder auf den Computerbildschirm holt, als ein nützliches Werkzeug: „Wir sind entschlossen, jedes Mittel zu nutzen, auch Google, um die Steuerhinterziehung zu bekämpfen“, sagt Dimitris Georgakopoulos, Generalsekretär im griechischen Finanzministerium. Eine Gruppe von 15 Finanzbeamten durchforstet bereits mit Hilfe von Google Earth ganz Griechenland nach den unbekannten Schwimmbädern, die von ihren Besitzern „versehentlich“ in der Steuererklärung „vergessen“ wurden. „Wer einen Pool besitzt und ihn bisher nicht deklariert hat, sollte anfangen, sich Sorgen zu machen“, warnt der Finanz-Generalsekretär Geogakopoulos.

Manche Immobilienbesitzer „vertun“ sich auch bei der Angabe, wie groß ihr Pool ist. Für ein 50 Quadratmeter großes Schwimmbad setzt der Fiskus ein zusätzliches zu versteuerndes Einkommen von 5000 Euro im Jahr an, bei 100 Quadratmetern sind es 12 000 Euro. Mit Hilfe der Satellitentechnik überprüfen die Steuerfahnder jetzt auch, ob bei der Quadratmeterangabe geschummelt wurde. Um die Steuerforderungen durchsetzen zu können, führt die Regierung in Athen den Begriff „unanfechtbarer Beweis des Einkommens“ ein. Wer Pools, aber auch Luxusautos, eine Yacht oder große Immobilien besitzt, kann mehr nicht behaupten, er verdiene nur 10 000 Euro im Jahr, wie es bisher oft geschieht.

Gerd Höhler

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