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Guttenberg will ins Ausland gehen

Politisches Sabbatical Guttenberg will ins Ausland gehen

Nach seinem Rücktritt als Verteidigungsminister ist Guttenberg erst einmal abgetaucht. Jetzt verdichten sich die Hinweise, dass er Deutschland vorübergehend den Rücken kehren will. Entschieden ist aber angeblich noch nichts.

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Karl-Theodor zu Guttenberg will für eine längere Zeit ins Ausland.

Quelle: dpa

Berlin. Der vor drei Monaten zurückgetretene Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) will Deutschland möglicherweise vorübergehend den Rücken kehren. Der „Spiegel“ berichtete, der 39-Jährige wolle mit seiner Familie für zwei Jahre in die USA oder nach Großbritannien ziehen. Seine Frau Stephanie bestätigte lediglich, dass „eine Reihe von interessanten Optionen“ für einen beruflichen Neustart im In- und Ausland geprüft würden. Eine Entscheidung sei aber noch nicht getroffen, sagte sie der „Bild“-Zeitung.

Guttenberg war am 1. März wegen der Affäre um nicht gekennzeichnete Zitate in seiner Doktorarbeit zurückgetreten. Auf seinen Doktortitel hatte er schon vorher verzichtet. Die Uni Bayreuth wirft ihm vorsätzliche Täuschung vor, die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen laufen noch.

Bei seiner Verabschiedung von der Bundeswehr mit einem großen Zapfenstreich hatte Guttenberg gesagt, ihm stehe nun eine „Zeit der Reue, wahrscheinlich auch der Buße“ bevor. Über einen Aufenthalt im Ausland gab es schon damals Spekulationen, die sich nun verdichten.

Karl-Theodor zu Guttenberg: Nach einer eindrucksvollen Politik-Karriere bis zum Verteidigungsminister wurde er im letzten Jahr von den Medien gefeiert. 2011 gerät er zunächst durch die „Gorch Fock"-Affäre zunehmend in die Kritik. Die Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit hat ihn jetzt zum Rücktritt vom Amt des Verteidigungsministers gezwungen.

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Laut „Spiegel“ hat Guttenberg in Unterredungen und E-Mails über die Auszeit gesprochen. Bisher hätten er und seine Frau sich noch nicht entschieden, ob sie mit ihren beiden Töchtern in die USA oder nach London gehen wollen. Der Ortswechsel sei zu Beginn des nächsten Schuljahres geplant.

Der große Zapfenstreich, bei dem sich Guttenberg mit dem „Deep Purple“-Song „Smoke on the Water“ verabschieden ließ, war der letzte öffentliche Auftritt des einst beliebtesten Politikers Deutschlands. Vor 450 geladenen Gästen deutete er damals an, dass er in einem Buch eine Bilanz seiner bisherigen politischen Karriere ziehen wolle. Anschließend wandte sich Guttenberg noch einmal auf Facebook per Video an seine Fans. „Ich werde mich melden“, versprach er seinen Anhängern in dem 24-sekündigen Film. Danach tauchte er ab. Über berufliche Pläne des Juristen wurde seitdem nichts bekannt.

Seine Frau setzte ihren Feldzug gegen Kinderpornografie dagegen weiter fort, tritt auf Veranstaltungen und in Talkshows auf. Den Wunsch ins Ausland zu gehen haben beide schon lange. Guttenberg hat während seiner Studienzeit ein Praktikum in einer New Yorker Rechtsanwaltskanzlei absolviert. Ihm werden exzellente Kontakte in die USA, aber auch nach Großbritannien nachgesagt. Zwischen 2005 und 2009 war er Vorsitzender der deutsch-britischen Parlamentariergruppe.

Den Kontakt nach Deutschland wird der heimatverbundene Oberfranke auch während eines Auslandsaufenthalt nicht abbrechen lassen. Schließlich hat er unmittelbar nach seinem Rücktritt versprochen:

„Oberfranken werde ich ... nicht im Stich lassen. ... Ebenso wenig meine politische Heimat, die CSU.“

dpa

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